FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Tag: Steppenweihe

Das große Blubbern

Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit in Aserbaidschan sind definitiv die Schlammvulkane bei Qobustan, die wir ja schon mal in Angriff genommen hatten, aber dann doch irgendwie in Sumgayit gelandet waren. Aber mit unserem Leihwagen sollte es nun kein Problem sein, zu dieser geologischen Besonderheit zu gelangen. Aber was sind überhaupt Schlammvulkane? Sie sind keine Vulkane im eigentlichen Sinne, sie speien vielmehr graue Blubber-Blasen, sind kühl und entstehen aus unterirdischen Gasvorkommen. Das Gas wird durch geologische Faltungsprozesse zusammengepresst und besteht zu mindestens 90 Prozent aus Methan. Es ist deshalb leicht entzündlich und so kann es auch mal vorkommen, dass die Schlammvulkane wie ihre Magma speienden Brüder, richtige Flammen in den Himmel schiessen lassen.

SchlammvulkanQobustan

Wir fuhren also nach Qobustan und gingen irgendwie davon aus, dass die Dinger leicht zu finden sind, wir hatten schliesslich eine Wegbeschreibung im Reiseführer und von einem Ortskundigen, da kann doch eigentlich nichts schief gehen – denkt man. Und obwohl es GPS-Koordinaten im Reiseführer gibt, haben wir das GPS-Gerät schlauer Weise in Baku gelassen, das wäre nun auch zu einfach und wenig aserbaidschanisch. Aber selbst damit hätten wir immer noch das Problem gehabt, einen befahrbaren Weg dorthin zu finden, denn das war das wirkliche Abenteuer.  weiterlesen… »

Shirvan-Nationalpark

Der Trescher-Reiseführer Aserbaidschan weiss zu berichten, dass der Shirvan-Nationalpark 2003 als erster aserbaidschanischer Nationalpark gegründet und 2006 für Besucher eröffnet wurde. Er umfasst 65 000 ha Steppe, Halbwüste, einen unberührten Küstenstreifen, Lagunen, Binnengewässer mit beeindruckendem Schilfgürtel und lockt den Naturfan unter anderem mit Kropfgazellen, Wölfen, Schakalen, Flamingos, Pelikanen, Weisskopfruderenten und Rötelfalken. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so machten wir uns am Mittwoch morgen auf den Weg Richtung Älät und von dort weiter zum “Shirvan Milli Parki”. Der Fahrer und die beiden anderen Fahrgäste im Lada, dem “russischen Mercedes” haben zum ersten Mal in ihrem Leben den Eingang zum Nationalpark bewusst wahrgenommen, obwohl sie wahrscheinlich schon tausende Male vorbei gefahren sind. Der Eingang ist im sozialistischem Stil errichtet worden und soll wohl Respekt einflössen, nicht zuletzt durch die Herren im Anzug, die einem Einlass gewähren, indem sie die Kette wegnehmen.

Eingang Shirvan NationalparkKropfgazellen

Einer von ihnen spricht Englisch und brachte uns zum Gästehaus. Auf dem Weg dorthin warnte er uns eindringlich vor Wölfen, Schlangen und erwähnte, dass es Mäuse im Gästehaus gäbe, von denen wir aber nichts zu befürchten hätten. Ok, das Gästehaus stank bestialisch nach Mäusekot, aber es gab Betten, also abgesehen vom “Bad”, was nun wirklich das ekelhafteste war, was ich je gesehen habe, konnte man zumindest ohne Zelt übernachten. Wir warens zufrieden, stellten unsere Rucksäcke ab und machten mit dem Fernglas einen Erkundungsgang. Nachdem wir unsere ersten Rötelfalken beobachtet haben, ohne sie wirklich sicher von Turmfalken unterscheiden zu können, kam der Leiter des Nationalparkes Hartmut Müller. weiterlesen… »

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