Tja, die letzten Stunden vor der Abreise nach Aserbaidschan und die Frage, was muss ich jetzt noch tun, was muss noch unbedingt in den Rucksack!? Vielleicht doch noch mal zum Outdoorladen, neuen Nikwax und eine Jacke kaufen? Oder reicht meine Regenjacke, oder besser den dicken Wintermantel anziehen und hoffen, dass ansonsten die Fleece-Jacke reicht? Man kann einfach nicht “alles” mitschleppen, was man meint, unbedingt zu brauchen für drei Monate. Unerlässlich sind auf jeden Fall Fernglas, GPS-Gerät, Kamera, Svensson Vogelführer, das Buch “Birdwatching in Azerbaijan“, Russisch-Wörterbuch, Aserbaidschanisch-Sprachführer, iPod, externe Festplatte und diverse Ladekabel. weiterlesen… »
Ninett Hirsch,
16.09.2009, 10:42 | Abgelegt unter: Allgemeines, Aserbaidschan, Literatur | RSS 2.0 | TB | Tags: Aserbaidschan, Baku, Fernglas, GPS, Humboldt, Internet, Kaffee, Kalkofe, Literatur | Keine Kommentare
Endlich ist es soweit, der neue PC ist da – ein Dell Vostro 420 mit 250GB Festplattenspeicher. Ich habe wieder Internet! Sehr geil! Und wie wunderschön der BenQ Monitor ist. Jetzt kann er seine ganze Pracht entfalten und GIS-Karten basteln macht doppelt so viel Spaß, weil man einfach wahnsinnig viel Platz auf dem Schirm hat. Auch die Bekanntmachung mit dem Drucker lief super, eigentlich kann es jetzt nur noch bergauf gehen, aber da wird meine Freude auch schon gleich wieder getrübt. Die Festplatte mit jeglichen Daten des Targa-Notebooks kann nicht gelesen werden – tja irgendwas ist ja immer. Sehr ärgerlich, nicht zuletzt wegen dem geschäftlichen Kram, aber auch schade um die Musik und zahlreichen Bildern, z.B. aus Kirgistan. Entweder wird die Festplatte gar nicht erkannt oder nur als lokaler Datenspeicher angezeigt und beim Versuch diesen zu öffnen, stürzt der niegelnagelneue Dell-PC ab, na wunderbar. Wenn man in Foren versucht eine Lösung zu finden, stößt man nur auf gleichfalls Verzweifelte User, die um einen kompletten Datenverlust fürchten. Einmal habe ich es geschafft, mir die Eigenschaften der Platte anzuschauen, ohne, dass der Rechner abschmiert – aha, komplett freier Speicherplatz. Ich fall vom Glauben ab. Lieber digitaler Gott, habe noch einmal ein Einsehen mit mir und lass es nur ein Problem mit der Kompatibilät sein oder eine Macke der Festplatte, die man wieder hinbekommt! Dieser Datenverlust wäre zu viel für mich und meine technikgepeinigte Seele.
Unvorstellbar – ein Leben ohne Internet, also ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Rechner, ohne Musik und natürlich auch ohne Arbeit! Was macht man, wenn man morgens beim Kaffee als erstes Mails checkt, aber der Rechner die Hufe hochgerissen hat? Wenn man sich nicht in Arbeit stürzen kann? Wenn sich das ganze Leben auf diese Kiste mit DSL-Anschluss eingestellt hat? Wie soll man dann überhaupt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können ohne bvg.de, ach wie findet man überhaupt Adressen ohne GoogleMaps? Wie kann man Leute anrufen, deren Telefonnummer nur Online verfügbar sind? Wie lädt man neue Musi auf den iPod? Seit einem Monat muss ich mir diese Fragen stellen, seit einem Monat hat mein Targa-Notebook keine Lust mehr hochzufahren. Ok, ganz sauber ist er nie gelaufen, hat oft gemuckt, hatte wohl zu wenig Arbeitsspeicher und musste sanft behandelt werden. Also beispielsweise nicht anfassen diese kleine Mimose, wenn er größere Daten zu verarbeiten hat oder noch nicht ganz hochgefahren ist. Dann hatte er diese gruselige Eigenschaft nach dem Runterfahren wieder eigenständig hochzufahren, also immer Strom im richtigen Moment ausschalten. Gut, das sind alles Sachen, mit denen man leben kann. Aber man ist doch ziemlich ratlos, wenn er gar nicht mehr hochfährt und nicht mal von der Installations-CD bootet. Inzwischen war er zweimal beim Hersteller und mehrere Male beim PC Spezialisten, aber niemand hat eine Lösung für das Problem und ich langsam keinen Nerv mehr für weitere Lösungsvorschläge. Ich werde den Eindruck nicht los, dass er mich verkackeiern will! Denn fahre ich mit ihm zum PC Spezialisten und er fährt einwandfrei hoch, ich fahre wieder nach Hause, er fährt NICHT hoch. Ich fahre wieder zum PC Spezialisten und er fährt mit einer Selbstverständlichkeit hoch, dass ich ihm gern mal das Fliegen beibringen möchte. Die denken doch, ich bin verrückt, völlig gaga oder in einer der jungen Männer dort verliebt. Also das bin ich NICHT! Ich möchte doch nur einen funktionierenden Computer – meine Herren. Ich möchte wieder mein Leben mit Internet zurück, eine eigenständiges, selbstbestimmtes Leben, ohne ständig zu Freunden fahren zu müssen, um dort “mal was am Rechner zu machen”. So wie jetzt grad: 2,5 Stunden Bahnfahrt für diesen Blogeintrag, das ist doch irgendwie tragisch, oder?