FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Tag: Frühlingsanfang

Krötenwanderung und blaue Moorfrösche

Wer sich für Amphibien interessiert kommt zurzeit so richtig auf seine Kosten. Eigentlich wollte ich ja auf den großen Ackerflächen bei Gerswalde hören oder sehen, ob sich dort mein Verdacht des Vorkommens der Knoblauchkröte bestätigt. Aber es war einfach nichts zu wollen mit dieser Kröte, vielleicht war es doch noch etwas zu früh oder Herr Urox und ich nicht leise genug. Aber auf jeden Fall sind gerade Erdkröten auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer und blaue Moorfroschmännchen blubbern in den Tümpeln, um Weibchen zu beeindrucken. Sieht schon irgendwie niedlich aus, wenn überall so blaue Froschköpfe aus dem Wasser lucken. Leider kam ich zum Fotografieren dieses Phänomens nicht nah genug heran, denn die Gummistiefel lagen vorsorglich im Auto…

Naja aber im Wald kann man ja auch trockenen Fußes Frühjahrsblüher wie das Buschwindröschen oder den Goldstern bewundern. Rotkehlchen, Buchfink, Singdrossel, Feld- und Heidelerche etc. zwitschern wieder um die Wette, Zitronenfalter flattern wild durch die Gegend und verheißen den Frühling! Ja, endlich Frühling, endlich wieder angenehme Temperaturen und längere Tage, um die Zeit draußen zu verbringen.

Zum krönenden Abschluss habe ich noch mein Auto festgefahren, so ein Seat Cordoba ist eben doch nicht mit einem Lada Niva zu verwechseln. Da sollte man besser aufpassen, vor allem im Frühjahr. Wo letztes Jahr noch harter Lehm war, konnte ich nun den Schlamm so richtig spritzen lassen. Blöd, wenn man dann allein ist, der Herr Urox ist da überhaupt keine Hilfe und ansonsten ließen sich nur ein Eiskratzer zum “freischaufeln” und eine Hundedecke zum unterlegen finden. So eine Decke bringt übrigens bei nassem Lehm überhaupt gar nichts, die wurde einfach durchgezogen. Aber auch alle anderen Versuche trockene Materialen wie Holz, Rinde etc. unterzulegen scheiterten ebenso grandios. Zum Glück kam dann doch noch kurz vor der Dämmerung ein Jäger vorbei, der mich mit seinem Jimny rausziehen konnte. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle an den netten, unbekannten Jäger und ich nehm alles zurück, was ich je über Fahrer eines Suzuki Jimnys gesagt oder gedacht haben sollte. ;-)

Jetzt gehts los – auf Krötenwanderung

Freunde, es sind 20°C draussen und die Sonne lacht, da kommt man schon richtig ins Schwitzen, zumindest beim Stützen in die Erde rammen und Krötenzaun einbuddeln. Aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht heute, endlich kann man die dicke Jacke ausziehen und mal wieder richtig körperlich draussen arbeiten. Denn bei Bodentemperaturen über 4°C werden auch die Amphibien aktiv und suchen liebeshungrig nach einem Partner. Frösche, Kröten und Molche verlassen jetzt zu Tausenden ihre Winterquartiere und wandern paarungswillig zu ihrem Laichtümpel.

Dabei sind sie todesmutig genug, um auch Straßen zu überqueren, die ihre traditionellen Wanderwege durchkreuzen, einige kommen durch, aber viele bleiben auf der Strecke. Wie zum Beispiel die Frösche an der Wildparkstraße in Eberswalde. Ihre Tümpel liegen zwar  gerade einmal 200 m auseinander, aber dennoch haben die kleinen Racker einen gefährlichen Weg vor sich. Beim Neubau der Straße wurden zwar Tunnel eingebaut, aber leider mit unzweckmäßigem “Leitsystem”. Hier muss also doch mit einem Krötenzaun nachgeholfen werden, aber zumindest müssen die Eimer nicht mehr täglich geleert werden.

Zur Belohnung gab es nach getaner Arbeit ein Froschkonzert mit vielen verpaarten und unverpaarten, aus dem Wasser lugenden Moorfröschen zu bewundern.

Vögel zählen im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin

Inzwischen dürfte es auch bei den letzten angekommen sein, dass der Frühling mit großen Schritten dem Winter auf die Pelle rückt. Eine Auswahl der aktuell zu beobachtenden Frühlingsboten haben wir auf unserer Homepage bereits vorgestellt. An dieser Stelle will ich aus gegebenem Anlass von meinen beiden ersten Vogelkartierungswochen in diesem Frühjahr 2010 erzählen. Meine hochwohlgeschätzte Freundin und Kollegin Ninett hatte ja bereits in Aserbaidschan das unzweifelhafte Vergnügen ihre Zeit mit der Beobachtung international bedeutender Zugvogel-Rast- und Nahrungsgebiete zu verbringen. Ich allerdings habe den kompletten Winter hindurch meinem nächstwichtigsten (zumindest aus arbeitstechnischer Sicht betrachtet) Arbeitsgebiet gewidmet, der kommunalen Baumschau. Diese Tätigkeit ist nicht minder wichtig und interessant und es gibt auch einige bedeutende Parallelen. Sowohl bei der Vogelbeobachtung, als auch bei der Baumschau holt man sich mitunter einen steifen Nacken, bei beiden Tätigkeiten ist ein konzentrierter Fokus auf das Objekt der Begierde (Baum oder Vogel) von essentieller Wichtigkeit und beide Tätigkeiten können (müssen) Jahr für Jahr wiederholt von A bis Z durchgeführt werden. Na wie auch immer… In der vergangenen Woche habe ich mit dem ersten Durchgang im Zuge des “Monitoring häufiger Brutvögel in Deutschland” des Dachverbandes deutscher Avifaunisten, kurz DDA, gestartet und auf einer Wald und einer Offenlandfläche eine Linienkartierung durchgeführt. Es ist zwar noch recht früh im Jahr und die Artenzahlen halten sich noch in Grenzen, doch konnte ich auf der Fläche in der Döberitzer Heide immerhin einige Kraniche und Kiebitze beobachten. Auch die Heide- und Feldlerchen geben schon alles und sind überall in ihren Lebensräumen zu vernehmen. In den folgenden Kartierungsdurchgängen im April, Mai und Juni wird sich insbesondere in der Döberitzer Heide das Artenspektrum noch um ein Vielfaches erweitern. Im letzten Jahr zählten auch Klein- und Mittelspechte, Kernbeisser, Seeadler und eine Vielzahl weiterer Brutvögel zum Arteninventar.

Neben diesen Kartierungen für den Brutvogelatlas von Deutschland werde ich in den kommenden Monaten im Zuge des Naturschutzgroßprojektes Biodiversitätsexploratorien das alljährliche Vogelmonitoring im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin durchführen. Die erste Begehung der insgesamt 100 Flächen im BSR ist habe ich in der vergangenen Woche nun nahezu abgeschlossen und da es momentan regnet und somit eine weitere Kartierung heute ausgeschlossen ist, will ich die erste Woche mal an dieser Stelle Revue passieren lassen. weiterlesen… »

Stare brüten in der Hauswand

Vor ungefähr zwei Wochen sind mir auf meiner Hunderunde zum ersten Mal in diesem Jahr Stare aufgefallen, die  anscheinend ein ausgefaultes Astloch einer Linde zur Brut auserkoren haben. So weit nichts ungewöhnliches denkt man sich, gehören Stare doch zu den häufigsten Brutvögeln im Land und sind auch im innerstädtischen Bereich unter gewissen Umständen nicht selten. Deshalb habe auch ich zunächst nur die Rückkehr des Vogels registriert und habe mich, wie über jeden anderen “neuen” Federfreund im fortschreitenden Frühjahr gefreut.

Einige Straßen weiter hörte ich nun erneut Stare, diesmal allerdings mindestens 10 Individuen in den Baumwipfeln neben einem Schrebergarten. Ja gut, da gehören sie ja auch hin. Verwundert haben mich nur die Rufe aus der danebenliegende Hauswand. Bei genauerer Betrachtung habe ich dann fünf fertige Höhlen und einige weitere Höhlenansätze in der Hauswandisolierung in etwa acht Metern Höhe erkannt. Mindestens zwei der Löcher scheinen auch aktuell von Staren besiedelt zu sein, ein regelmäßiger Ein- und Ausflug bestätigte diese Annahme. Na prima dachte ich mir, da werden sich die Garten- und Hausbesitzer ja freuen. Na mir ists egal, ich hoffe nur, dass der Hausbesitzer die Löcher nicht als allzu problematisch ansieht und sie verschließen lässt. Falls ja, könnte man bestimmt durch die Anbringung von Brutkästen auch hier einen guten Kompromiss finden. Ich werde die Wand und die Stare wohl weiter beobachten.

Ein kleiner ornithologischer Rundumschlag zum Frühlingsanfang

Beim Start meiner kleinen ornithologischen Radtour heute morgen lag noch Reif über der „Heide“ unter der Stromtrasse. Anscheinend waren es der Heidelerche und Goldammer noch zu kalt zum Zwitschern. Im Kiefernforst hingegen waren Kohlmeisen, Buchfinken, Eichelhäher, Amseln und an exakt derselben Stelle wie neulich die Singdrossel aktiv. Auf Höhe des Forsthauses hielt ich kurz an, um mir den fröhlichen Gesang des Rotkehlchens anzuhören, um dann über die Telekomstrasse und weiter durch den Kiefernforst zu fahren. Hier vernahm ich noch eine Tannenmeise und Misteldrossel, bevor ich nach rechts zum Walpurgisbruch, einem durch Torfstich entstandenen Kleingewässers abbog. Ein herrlicher Platz zum Kaffee trinken! Beim Abstellen des Fahrrads bemerkte ich einen kleinen flinken Vogel in einem unteren Kiefernast und dachte, was wuselt denn da? Mit dem Fernglas konnte ich wunderbar den gelben Scheitel und schwarzen Überaugenstreif des Wintergoldhähnchen sehen, echt bezaubernd. weiterlesen… »

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