FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Tag: Buchenwald

Herbst in der Schorfheide

Ein Waldspaziergang im Herbst durch raschelndes Laub, im goldenen Licht und dieser besonderen, irgendwie melancholischen Stimmung. Geniesst noch mal ganz bewusst die letzten Sonnenstrahlen als wären es die letzten überhaupt… weiterlesen… »

NATURA 2000

Oder: Ein Nachtrag…

Ein Sommer der Biotop- und FFH-Lebensraumkartierung liegt hinter uns und es war nicht alles schlecht. Es gab auch schöne Ecken in den FFH-Gebieten Krohnhorst in Brandenburg und Hinrichshagen in Mecklenburg-Vorpommern. Neben großen Ackerschlägen mit kleinen Söllen oder Baumgruppen als einzige Naturinseln gibt es auch noch wunderschöne Landschaften mit Wiesen, Weiden und Büschen in der Uckermark. Bei Groß Kölpin, Luisenhof und Friedenfelde erinnert die hügelige Landschaft mit ihren alten Feldsteinmauern, knöchrigen Eichen und Hecken an irländische Weidelandschaften. Und um Hohenwalde und Temmen wechseln sich die Wiesen, Weiden und Wälder mit glasklaren Seen, kleinen Dörfern und Allen ab. Es ist eine Kulturlandschaft, na klar, aber sie ist wunderschön, man muss nur genau hinschaun.

Und so richtig schön ist es natürlich im FFH-Gebiet Hinrichshagen in der Feldberger Seenlandschaft. Es besteht hauptsächlich aus naturnahem Buchenwald, mit vielen eingestreuten Erlenbrüchen, Kesselmooren und Kleingewässern. Hier gab es auch einige botanische Besonderheiten zu bewundern wie zum Beispiel den fleischfressenden, in nährstoffarmen Moorgewässern lebenden Wasserschlauch (Utricularia vulgaris, U.minor) oder den nicht minder schönen Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae).

Man muss es nur schaffen alles auszublenden, was der Mensch der Natur angetan hat, dass der Wald bei Hinrichshagen komplett mit Entwässerungsgräben durchzogen ist und die Schweinereien einer intensiven Landwirtschaft mit ihren riesigen flurbereinigten Ackerflächen. Man muss nur wieder das Positive sehen können. Zum Beispiel, dass es bereits über 100 Wiedervernässungs-maßnahmen in Hinrichshagen gegeben hat, dass es engagierte Menschen wie Peter Wernicke vom Naturpark Feldberger Seenlandschaft gibt und die FFH-Managementplanung eine Chance für die Erhaltung unserer Kultur- und Naturlandschaft sein kann.

Buchen sollst Du suchen…

Naturnahe Buchenwälder gehören zu den faszinierendsten und eindrucksvollsten Landschaften in Deutschland. Vor allem jetzt im Wonnemonat Mai haben sie eine besondere Ausstrahlung durch das frische Grün der austreibenden Blätter. Und wo der Wilddruck nicht zu groß ist, bilden sie mit ihrer immensen Naturverjüngung tatsächlich, die von Tacitus beschriebenen “undurchdringlichen Wälder Germaniens“.

Experten gehen davon aus, dass Deutschland von Natur aus zu ca. 60-70% mit Buchenwäldern bedeckt wäre. Real sind es ca. 5% und von diesem Restbestand werden 98% forstlich genutzt. Rotbuchen (Fagus sylvatica) können 300 und zum Teil sogar bis zu 500 Jahre  alt werden. Das Erreichen ihrer Endhöhe bzw. Hiebsreife liegt jedoch bei 140-160 Jahren, weshalb es Bestände mit über 160-jährigen Buchen nur noch auf 0,16% der Fläche Deutschlands gibt. Der älteste Buchenbestand Deutschlands sind die sogenannten Heiligen Hallen, mit über 350 Jahre alten Buchen auf 25 ha.

Dass Buchenwälder besonders artenarm sind,  ist jedoch ein verbreiteter Aberglaube und trifft lediglich auf die Anzahl der Baumarten zu. Tatsächlich ist die Rotbuche im Allgemeinen, also abgesehen von Extremstandorten (sehr nass, trocken oder besonders flachgründig) gegenüber anderen Baumarten dominant und kann mit ihrem dichten Kronenschluss Reinbestände bilden. Vor allem in der sogenannten Optimalphase, mit Erreichen der Endhöhe fehlen verschiedene Schichten und der Wald erhält das Aussehen eines aufgeräumten Wirtschaftswaldes. Von Natur aus würden jedoch verschiedene Waldentwicklungsphasen von Vorwald- bis hin zu einem Zerfallsstadium, nebst anderen Kleinbiotopen wie Quellen, Bächen, Waldsümpfe, Kesselmoore usw. mosaikartig nebeneinander vorkommen.

Buchenwald ist sogar besonders artenreich! Vor allem ist er reich an Pilzen, Bodenfauna, speziell Insekten und damit auch unter anderem an Vögel. Nach Untersuchungen wird die Zahl der Tierarten im Buchenwald auf rund 6000 geschätzt. Dabei spielt besonders Tot- und Altholz eine wichtige Rolle als unerschöpfliche Quelle neuen Lebens. Zahlreiche Totholzkäfer (z.B. Hirschkäfer), Hautflügler (Bienen, Wespen), Schnecken, höhlenbewohnende Vögel wie Spechte, Hohltaube, Waldkauz oder auch Säugetiere wie Fledermäuse, Eichhörnchen und Siebenschläfer finden in den Tot- und Altholzstrukturen der Buche einen Lebensraum. Und auch der phänologische Wandel ist im Jahresverlauf viel ausgeprägter als in anderen Waldsystemen. Wenn im Frühjahr die Buchenwälder noch lichtdurchflutet sind, gibt es eine Fülle an Frühjahrsblühern und Gräsern und im Sommer ist der Boden durch den dichten Bewuchs junger Buchen oder dem Kronenschluss ausgedunkelt. Durch den ausgeprägten Wechsel des Licht- und Mikroklimas im Jahresverlauf können elf phänologische Phasen unterschieden werden.

Natur und Landschaft, 82. Jg., Heft 9/10 (2007)

UNESCO – Weltnaturerbe Grumsiner Forst

Das Naturschutzgebiet Grumsiner Forst wurde als Weltnaturerbe nominiert und das völlig zu Recht. Im Herzen des Biosphärenreservates Schorheide-Chorin, nördlich des Grimnitzsees gelegen, ist er selbst innerhalb dieses riesigen zusammenhängenden Waldes eine besondere Perle. (Da lassen wir die Autobahn mal außer Acht…)

Habe ich in dem Artikel über den Urwald bei Chorin übertrieben? Mag sein, also wer sich einen naturnahen Waldmeister- Buchenwald mit Flattergras und Einblütigem Perlgras und Schwarzerlen- oder Moorbirkenwald anschauen möchte, sollte sich auch auf einem der vielen Wander- oder Radwege durch den Grumsiner Forst begeben. Bei Fontanes “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” heisst dieses Gebiet noch Werbelliner Forst und seine Beschreibung ist im Band “Das Oderland” zu finden. weiterlesen… »

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