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	<title>FF-vita Blog &#187; Baku</title>
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	<description>Landschaftsnutzung und Naturschutz</description>
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		<title>Tolerantes Baku?</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 05:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
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		<description><![CDATA[Leider gibt es immer noch nichts positives über die Arbeit bei AOS zu berichten und da sich dieser Blog auch in gewisser Weise, der in Aserbaidschan üblichen Zensur zu unterziehen hat, gab es bislang nur Reiseberichte&#8230;. Aber da wir das letzte Wochenende auch nicht weggefahren sind und es auch sonst nichts zu berichten gibt, schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Leider gibt es immer noch nichts positives über die Arbeit bei <a href="http://www.aos.az/eng/index.php" target="_blank">AOS</a> zu berichten und da sich dieser Blog auch in gewisser Weise, der in Aserbaidschan üblichen Zensur zu unterziehen hat, gab es bislang nur Reiseberichte&#8230;. Aber da wir das letzte Wochenende auch nicht weggefahren sind und es auch sonst nichts zu berichten gibt, schon gar nichts vogeltechnisches (auch wenn wir uns in einer der interessantesten Länder für den Vogelzug befinden) sei die Frage erlaubt:  Was macht man eigentlich Freitagabend in Baku? Wir waren in einer Schwulenbar und das war nun wirklich mal interessant, denn dass es so etwas wie eine schwule oder alternative Szene überhaupt in Baku gibt, vom Rest des Landes ganz zu schweigen, hatte ich nicht wirklich erwartet. Ok, dass sich hier unsere ausländischen Freunde zu ihrer Homosexualität bekennen, ist nichts neues, ungewöhnliches oder berichtenswertes, aber dass es tatsächlich Aserbaidschaner gibt, die sich in diesem Land trauen, in aller Öffentlichkeit ihr &#8220;anders sein&#8221; zu feiern, macht Mut.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-658" title="tolerantes Baku?" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/laza-011-300x200.jpg" alt="tolerantes Baku?" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-660" title="Baku " src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/laza-010-300x200.jpg" alt="Baku " width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Schliesslich reicht es in Aserbaidschan schon, ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Aaecvg7xCIk" target="_blank">Video</a> über einen Esel zu drehen und einen regierungskritischen Blog zu schreiben, um zusammen geschlagen zu werden und anschliessend zu <a href="http://web.piratenpartei.de/Piratenpartei-ruft-zu-Protest-auf---Blogger-in-Aserbaidschan-zu-hohen-Freiheitsstrafen-verurteilt" target="_blank">zwei Jahren Haft</a> wegen &#8220;Rowdytum&#8221; verurteilt zu werden. Denn eigentlich gibt es im Land der übertriebenen Höflichkeit so gut wie keine Selbstreflexion, Kritik oder Zweifel, weder an der Regierung, noch an Aserbaidschan im Allgemeinen und erst recht nicht an sich selbst. <span id="more-646"></span>Hauptsache alles ist schick, wie die Plätze, die Paläste, die neuen Hochhäuser, egal, ob die Infrastruktur auch entsprechend ausgebaut wurde oder die Kacke sprichwörtlich am dampfen ist, wenn es bei Regen aus allen Gullis läuft. Immer schön den Schein wahren, besonders als Frau, das heisst, nicht rauchen und trinken in der Öffentlichkeit, nach acht Uhr am besten gar nicht rausgehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Männer können sich gern in der Gegend rumtreiben und auch mehrere Geliebte haben, auch wenn sie Frau und Kind haben, das gehört anscheinend zur alltäglichen Doppelmoral in Aserbaidschan. Aber Hauptsache, Frau ist spätestens mit 23 Jahren verheiratet und hat Kinder, sonst gibt es nicht viele Ziele zu erreichen, arbeiten kann frau schliesslich auch zu Hause. Und welche Ziele gibt es für Männer? Na klar, ganz reich werden und ein dickes Auto fahren,  so einfach ist das! Jedenfalls gehen wir kaum weg in Baku, weil wir ständig angestarrt werden, als kämen wir von einem anderen Planeten und die Musik in den Kneipen so laut ist, dass man einen Gehörsturz bekommt. Und die anderen Frauen in den Kneipen sind  normalerweise nicht zu ihrem eigenen Vergnügen da. Nur im &#8220;Paul´s&#8221; kann man als Frau unbehelligt sein Bierchen trinken, aber dafür kostet es hier auch ein Vermögen und die Atmosphäre ist irgendwie zu deutsch &#8211; ??!</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt das Crossroads, wo manchmal eine Band spielt, die ganz gut covert und tatsächlich zum tanzen einläd, aber niemand tanzt. Erst wenn die Band gegen eins aufhört zu spielen und die Musik vom Band läuft (R´n´B oder so etwas in der Art?) geht die Menge ab, aber uns kann diese Musik nicht auf die Tanzfläche locken, auch nicht mit viel Bier. Also sind wir meist bei Privatpartys der anderen Ausländer, hauptsächlich Norweger, Franzosen und US-Amerikaner. Aber manchmal entscheiden die sich auch, wegzugehen, also gingen wir mit. Zuerst waren wir in einer Kneipe, in der man zum Glück nicht um sein Gehör fürchten muss und danach in besagter Schwulenbar, die zum Glück noch nicht geschlossen wurde. Und hier war die Atomsphäre mehr als nett und entspannt, weil die Leute hier irgendwie nicht so prollig sind, man fühlte sich fast so wohl wie in Berlin. Einige Männer und Transvestiten haben ziemlich gut Karaoke und russische Lieder gesungen und wurden nicht müde zu betonen, dass sie schwul sind &#8211; und das ist auch gut so!</p>
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		<title>Karawanserei, Halva und der Khanpalast</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 07:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle schwärmen von Sheki &#8211; ich auch. Das letzte Wochenende hat unsere WG wieder genutzt, um mehr von Aserbaidschan zu sehen und dem Moloch Baku zu entkommen. Das Gute ist, man kann mit dem Nachtzug nach Sheki fahren und dort mehr oder weniger ausgeschlafen ankommen, aber man muss sich frühzeitig um Tickets kümmern. Das haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Alle schwärmen von Sheki &#8211; ich auch. Das letzte Wochenende hat unsere WG wieder genutzt, um mehr von Aserbaidschan zu sehen und dem Moloch Baku zu entkommen. Das Gute ist, man kann mit dem Nachtzug nach Sheki fahren und dort mehr oder weniger ausgeschlafen ankommen, aber man muss sich frühzeitig um Tickets kümmern. Das haben wir getan und auch die zwei Manat Aufpreis für einen Schlafplatz im Coupé nicht gescheut. Leider kann man keine Rückfahrkarten kaufen, auch nicht an der Kasse bei der Ankunft in Sheki. So muss man also darauf vertrauen, irgendwie wieder nach Baku zurückzukommen, aber dazu später mehr &#8211; es ist schliesslich sehr unaserbaidschanisch im Voraus zu planen. Es ist übrigens auch sehr unaserbaidschanisch praktisch zu sein, in jeder Lebenslage und natürlich befindet sich der Bahnhof nicht etwa in der Stadt, sondern fünf Kilometer südlich entfernt. Also wird man bei seiner Ankunft von Taxifahrern umringt, die glauben, jeder halbwegs nach Touri aussehende Fahrgast ist dumm wie Brot und lässt sich völlig überteuert nach Sheki fahren. Wir haben uns für vier Manat nach Sheki bringen lassen und weitere Preiserhöhungs-Versuche seinerseits eiskalt abblitzen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-614" title="Sheki" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/markt_eingang-300x199.jpg" alt="Sheki" width="300" height="199" /><img class="alignright size-medium wp-image-615" title="Karawanserei Sheki" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/karawanserei-300x200.jpg" alt="Karawanserei Sheki" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Dafür hat uns der etwas enttäuschte Fahrer bei einem Büro abgesetzt, bei dem man angeblich Rückfahrkarten kaufen kann. Aber natürlich war es noch geschlossen, es war schliesslich erst acht Uhr und wir konnten überhaupt froh sein, um diese Zeit schon Frühstück essen zu können &#8211; oder so etwas in der Art. In einer Bäckerei gab es, neben sehr süßen Speisen, nur Kakao, sehr süßen Kakao,  oder sollte ich besser sagen &#8211; dunkelbraunes Zuckerwasser? <span id="more-587"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Nun denn, da das Büro immer noch geschlossen war, riefen wir den Fahrkahrtenverkäufer an bzw. aus dem Bett und machten solange einen Rundgang durch Shekis Basare und versuchten es dann erneut.  Leider war es der falsche Laden, schade auch für den Fahrkartenverkäufer, der nun wahrscheinlich umsonst aufgestanden ist. Aber hier konnte man nur Zugfahrkahrten nach Russland kaufen. Ich mein, auch gut zu wissen, falls man mal von Sheki nach Jekaterinenburg oder so fahren möchte. Nebenan war wohl der richtige Fahrkartenverkaufsladen, aber dort wurde uns nur ein Zettel in die Hand gedrückt. Darauf stand der ominöse Name &#8220;Hamlet&#8221;, was auch ein Code sein könnte, und eine Telefonnummer, welche man um acht Uhr abends anrufen solle.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir stellen generell keine Fragen mehr in diesem Land und suchten uns als nächstes ein Hotel. Zur Auswahl standen <strong>die</strong> Karawanserei und das &#8220;Panorama Hotel&#8221;, was ideal für einen schmalen Geldbeutel sein soll und dazu seinem Namen wohl alle Ehre macht. Als Anhaltspunkt zum Auffinden des Hotels galt aus der Beschreibung eines Freundes ein Fussballstadion, das wir auch gefunden haben. Das Stadion wurde anscheinend anlässlich der Bewerbung Bakus  für die Olympischen Spiele 2016 gebaut. (Irgendwie überkommt mich bei dem Gedanken, dass sich Aserbaidschan ernsthaft als Austragungsort der Olympischen Spiele beworben hat, ein fast schon mütterliches Gefühl, dann möchte ich dieses kleine niedliche Land in den Arm nehmen und trösten.) Aber das &#8220;Panorama Hotel&#8221; selbst haben wir nicht gefunden und da sich langsam Unmut breit machte, schliesslich wollte man gern mal auf Toilette gehen, duschen etc., gingen wir weiter zur Karawanserei und das war auch gut so. Denn das hatte nun wirklich Stil, den gewissen Flair aus 1001 Nacht, den Hauch orientalischer Exotik und das Ganze für zwölf  Manat pro Nacht und Nase.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-618" title="Karawanserei Eingang" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/karawanserei_eingang-300x200.jpg" alt="Karawanserei Eingang" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-619" title="Karawanserei Zimmer" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/karawanserei_zimmer-300x200.jpg" alt="Karawanserei Zimmer" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die drei grossen Karawansereien in Sheki stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und zeugen  von seiner Bedeutung als Handelsplatz auf der Handelsroute zwischen Dagestan und der südlich vom Kaspischen Meer verlaufenden Seidenstrasse. Auch wenn Sheki nicht direkt auf der Seidenstrasse liegt und die örtliche Seidenproduktion &#8220;nur&#8221; auf die Sowjetära zurückgeht, welche immerhin die grösste Seidenfabrik der UdSSR war und den wenig überraschenden Namen &#8220;Lenin Kombinat&#8221; trug (<em>Oppeln, Aserbaidschan, Trescher Verlag 2009</em>),  so fühlt man dennoch diesen orientalischen Hauch in den ehrwürdigen Mauern der Karawanserei.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einem zweiten Frühstück mit Kaffee (!) in der Gelersen Görarsen Festung war auch unser Wasser endlich angeheizt und wir konnten duschen, etwas relaxen und weitere Schritte planen. Wir entschieden uns natürlich für den Khan-Palast (Xan Saray) und einer Besichtigung der Seidenfabrik oder doch zumindest des Seidenfabrik-Shops, um endlich einige vernünftige Souveniers zu ergattern. Echte Seidentücher aus Sheki, das hätte was, aber wir haben den Laden nicht gefunden und die Seidenfabrik machte nicht den Eindruck, dass sie Gäste willkommen heisst. Dafür war der Kahn-Palast sehr beeindruckend, er ist laut <em>Oppeln, Aserbaidschan (Trescher Verlag, 2009)</em> &#8220;<em>die wohl berühmteste Attraktion Shekis</em>&#8221; und &#8220;<em>wurde Ende des 18. Jahrhunderts im osmanischen Stil erbaut</em>&#8220;. Aber auch die beiden 480-jährigen Platanen auf dem Palast-Hof, die in den schönsten Herbstfarben ihre Aufwartung machten, waren durchaus sehenswert. Ansonsten sollte man sich auf jeden Fall den Basar in Sheki anschauen, aber dafür war es dann leider schon zu spät, die Stände wurden gerade abgebaut, man kann nicht alles haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-623" title="Khan-Palast Sheki" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/khan-palast-300x200.jpg" alt="Khan-Palast Sheki" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-624" title="Markt Sheki" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/markt-sheki-300x200.jpg" alt="Markt Sheki" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Na dann fehlte eigentlich nur noch die Verköstigung einer besonderen &#8220;<em>Baklava-Spezialität</em>&#8221; aus Sheki: &#8220;Halva&#8221;. Gut, Baklava ist ja in der Regel schon sehr süss und generell wird hier sehr viel Zucker verwendet, zum Beispiel fünf Teelöffel Zucker pro Teeglas, aber das man süss, süsser, am süssesten geschmacklich noch steigern kann, war dann doch überraschend. Wir kauften also in einen der vielen Halva-Läden eine geheimnisvolle Holzschachtel und öffneten sie direkt einige Meter weiter, um den Inhalt zu probieren. Wir waren schliesslich neugierig, hockten uns an den Strassenrand, fast wie die Einheimischen und versuchten nun mit einem Opinel-Messer Herr über diese klebrige Masse aus Honig und gehackten Nüssen zu werden. Nach dem jeder ein Stückchen probiert hat und sich bei jedem das Gesicht zusammenzog, packten wir die Schachtel wieder ein und hielten es für eine bessere Idee, diese besondere Baklava-Spezialität aus Sheki am nächsten Tag mit zum Wandern zu nehmen. Das gibt Energie und wenn man nur genügend Hunger hat, wird man es schon essen, dachten wir.</p>
<p style="text-align: justify;">Am nächsten Morgen entschieden wir uns jedoch dafür, die Schachtel samt ihrem süssesten Inhalt im Zimmer liegen zu lassen. Auch wenn es gemein war, diese besondere Spezialität aus Sheki einfach so zurückzulassen, aber sie hätte sicherlich den kompletten Inhalt eines Rucksackes verklebt und das wollte nun wirklich keiner von uns. Da das Wetter nicht so toll war und wenig zu Wanderungen in den Bergen einlud, fuhren wir mit einer Mischung aus LKW und Bus nach Kisch und guckten uns eine albanische Museumskirche an. Kisch lag komplett in den Wolken und man sah leider nicht viel, dafür war die Theorie des experimentellen Archaeologen Thor Heyerdahl, &#8220;<em>der eine historische Verbindung Norwegens und Aserbaidschans unter anderen an den Petroglyphen von Qobustan erkennen </em><em>will</em>&#8221; recht interessant: Also, die blondhaarigen und blauäugigen Albaner, die wenig mit den heutigen Albanern zu tun hatten, deren Name sich vielmehr von dem Wort Albino ableiten lässt, sind wohl mal nach Norwegen gewandert und haben sich dort niedergelassen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Gut, ich habe dann nicht mehr wirklich zugehört, obwohl ich grossen Respekt vor Heyerdahl und seinen Expeditionen habe. Statt Berge der näheren Umgebung zu erklimmen, sind wir nach Sheki zurückgelaufen, wobei wir mehrmals von vorbeifahrenden Leuten gefragt wurden, ob wir denn nicht mit wollen. So wie wir uns über viele Dinge wundern, wundern sich nämlich auch die Aserbaidschaner über diese seltsamen Deutschen, die mit einem Vogelbuch und Fernglas in die Berge <strong>gehen</strong>, die alte, ganz normal beladene Ladas fotografieren und im Restaurant nicht im Separé sitzen wollen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-628" title="a laden Lada" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/img_0944-300x200.jpg" alt="a laden Lada" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-629" title="Lada in Sheki" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/11/img_0946-300x200.jpg" alt="Lada in Sheki" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Aber über eines darf ich mich noch wundern, wie man in Aserbaidschan an Zugtickets kommt. Denn wir haben diesen ominösen Hamlet angerufen und er hat wohl vier Tickets für uns &#8220;reserviert&#8221;, aber ohne sich die Namen oder irgendetwas zu notieren, während in Baku beim Verkauf die Vorlage des Reisepasses notwendig ist. Am Sonntag weit vor der geplanten Abreise sind wir also sicherheitshalber mit einem Taxi zum Bahnhof gefahren und haben dort gewartet, bis der Schalter geöffnet wurde. Nachdem Martina an der &#8220;Kassa&#8221; gesagt hat, dass wir Hamlet angerufen haben und die Tickets mit der Hand ausgefüllt wurden, fuhren wir wieder nach Sheki, denn wir hatten noch über zwei Stunden Zeit. Die haben wir sinnvoll im gleichen netten Sheki-Seray-Restaurant wie am vorigen Abend verbracht. Schliesslich hat es viele Vorteile, wenn einen die Kellner schon kennen, denn dann wissen sie beispielsweise schon, dass man Bier bevorzugt kalt und nicht aus Gläsern trinkt. (Was insbesondere bei den hiesigen Bieren wie das gängige Xirdalan von besonderer Wichtigkeit ist, da sie einen kleinen Hang zum Schnell-Schal-Werden haben, aber das nur am Rande.)</p>
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		<title>Herbst in Aserbaidschan</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 11:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem wir letztes Wochenende noch mal Sommer pur am Kaspi geniessen konnten, war unser letzter Wochenendausflug nach Ismailly absolut herbstlicher Natur. Freitag abend machten wir uns in nordwestlicher Richtung mit einer Mashrutka auf den Weg nach Ismailly, um dort eine Peace Corperin zu besuchen. &#8220;Wir&#8221; heisst, unsere gesamte WG, zurzeit bestehend aus vier Deutschen, eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nachdem wir letztes Wochenende noch mal Sommer pur am Kaspi geniessen konnten, war unser letzter Wochenendausflug nach Ismailly absolut herbstlicher Natur. Freitag abend machten wir uns in nordwestlicher Richtung mit einer Mashrutka auf den Weg nach Ismailly, um dort eine <a href="http://www.peacecorps.gov/" target="_blank">Peace Corperin </a>zu besuchen. &#8220;Wir&#8221; heisst, unsere gesamte WG, zurzeit bestehend aus vier Deutschen, eine junge Couchsurferin, welche allein von Shanghai quer durch Asien nach Baku gereist ist und weiter nach Georgien, Turkei und dann nach Deutschland ziehen will und einem Franzosen, der in Baku franzoesisch lehrt.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einem netten Abend mit reichlich Bier schauten wir uns am Samstag das Doerfchen Ivanovka an, in welchem es die letzte Kolchose Aserbaidschans geben soll. Dorthin gelangten wir natuerlich mit einem Taxi und nun die ultimative Frage: Wieviel Leute passen in einen лада жигули 2102 (Lada Kombi)? Inklusive Fahrer koennen sich sieben Passagiere reinquetschen. Dabei war es uns aber nicht erlaubt im Kofferraum zu sitzen, gut, dafuer hatten unsere Rucksaecke wenigstens ausreichend Platz. Da der Fahrer uebermaessig viel Angst vor der Polizei hatte, musste sich die Kleinste von uns (das war diesmal nicht ich!) bei Gefahr verstecken. Laut dem Fahrer wuerde es 20 &#8220;Rubel Straff&#8221; kosten, spaeter sogar 40 oder 50 &#8220;Rubel&#8221;, je nach Situation und Moeglichkeit den Fahrpreis zu erhoehen, was bei uns aserbaidschan-Erfahrenen aber nicht funktionierte. Uebrigens hatte ein anderer Taxifahrer ueberhaupt keine Angt vor Polizeikontrollen und wir auch nicht. Hallo?! Die Einheimischen fahren immer mit ueberfuellten Ladas rum.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-469" title="Ismailly" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0519-300x200.jpg" alt="Ismailly" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-470" title="Ivanovka" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0491-300x200.jpg" alt="Ivanovka" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Das unbeugsame Kolchosen-Dorf war weniger spektakulaer als erwartet und man konnte dort nicht mal den beruehmten Ivanovka-Kaese oder -Wein kaufen. Auffaellig waren allein die riesigen Ackerschlaege rund um das Dorf, ein Anblick, den besonders wir &#8220;Ossis&#8221; aus LPG-Zeiten kennen. Nach einer erfolgreichen Flucht vor einer illustren russischen Runde mit betrunkenen Maennern, die leider alle Klischees erfuellten und uns unbedingt einladen wollten, mit ihrem ohnehin schon ueberfuellten Bus mitzufahren, gingen wir zu Fuss zurueck nach Ismailly. <span id="more-465"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Unsere Gastgeberin hat am Abend ihr rationiertes Wasser mit einem Ofen fuer uns erhitzt und wir nahmen alle eine absolut notwendige Dusche. Meine Frage, warum es nur in der Nacht Wasser gaebe, waehrend es an anderen Stellen verschwendet wird, wurde von den anderen mit einem mueden bis genervten: &#8220;Mann, wir sind in Aserbaidschan!&#8221; beantwortet. Stimmt, hier sollte man sich das viele Nachfragen abgewoehnen.  Am Sonntag morgen trafen wir unseren Polizei-Fuerchtigen Taxifahrer zufaellig wieder und liessen uns von ihm ins nette Berg-Doerfchen Lahic bringen. Dort angekommen, brachten wir einen Teil unseres Gepaeckes in der Touristeninfo unter und wanderten los, um ein Castle, Wasserfall oder was auch immer anzuschaun. Mir wars egal, ich war einfach froh zu wandern und erfreute mich an der herbstlichen Berglandschaft.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-483" title="Lahic" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0665-300x200.jpg" alt="Lahic" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-487" title="Herbst" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0644-300x200.jpg" alt="Herbst" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Wir hatten von der Touri-Info eine Schwarz-Weiss-Kopie einer topographischen Karte sowie unsere sehr grobe Autokarte von Aserbaidschan dabei und wie immer lag mein Kompass  in sicherer Vewahrung in Baku. So raetselten wir schon am Dorfausgang, welcher der richtige Weg sein mochte. Wir entschieden uns, ein Flussbett nach oben zu gehen, um dann irgendwann logischerweise zu dem Wasserfall zu kommen. Diese Entscheidung wurde von einem Hinweis-Schild mit dem rechten Weg zum &#8220;Garden of Paradise&#8221; noch bekraeftigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Weg war steinig, aber wir suchten ja gerade die Herausforderung und ich kann nicht genug meine Meindl-Wanderschuhe loben. Jedoch war auch unser Franzose mit seinen Chucks erstaunlich gut unterwegs und sprang gazellengleich ueber Steine und Baeche. Absolut unverstaendlich blieb mir jedoch wie man hier mit Esel oder Pferd Holz von den Gipfeln der Berge holen kann und vor allem warum pflanzt man keinen Wald in Dorfnaehe an? Jaja, keine Fragen stellen! Trotzdem verdienen die Menschen und Packesel von Lahic unseren Respekt fuer ihre taegliche Leistung das Dorf mit Feuer- und Bauholz zu versorgen und in einpaar Jahren wird es dort ohnehin keinen Wald mehr geben. Vielleicht wird Lahic dann auch mit Gas versorgt, welches abenteuerlich durch die Berge verlegt wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer weiss, wir durchquerten jedenfalls die Anhoehe mit Birken, Pappeln und Buchen, welche fleissig gerodet werden und konnten einen Sattel zwischen zwei felsigen Gipfeln sehen. Nach einiger Diskussion, ob man den gleichen Weg zurueck geht oder es ueber den Sattel versucht, um auf der anderen Seite runterzugehen (ich hasse es, den gleichen Weg zurueckzugehen!), entschieden wir uns mehr oder weniger demokratisch fuer den weiteren Aufstieg. Die Aussicht war grandios, aber leider ging es ca. 20 m vor dem Sattel nicht weiter, sehr aergerlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-494" title="Holzversorgung in Lahic" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0658-300x200.jpg" alt="Holzversorgung in Lahic" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-493" title="am Sattel" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0656-300x200.jpg" alt="am Sattel" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Aber unsere tapferen Vorkletterer, welche sich eigentlich wie Steinboecke am Berg bewegen konnten, kamen mit der Nachricht zurueck, das man keinen Halt finden kann, weil die Steine einfach zerbroeseln und null Halt geben. Nicht ganz unproblematisch waren auch die unkontrolliert runterpurzelnden Steine fuer uns Nachruecker und so entschieden wir uns fuer den geordneten Rueckzug, nicht zuletzt weil wir noch gern im Hellen wieder in Lahic sein wollten. Wir schafften es auch kurz vor Sonnenuntergang wieder im Dorf zu sein. Weil es keine Taxis oder andere Moeglichkeiten gab, nach Ismailly zurueck zufahren, riefen wir unseren Stammtaxifahrer an. Er holte uns auch tatsaechlich ab, aber bis er im Dorf war, hatten wir endlich die Gelegenheit etwas zu essen. Bei Anbruch der Dunkelheit fuhren wir dann nach Ismailly und von dort fuhren wir mit einem anderen Taxi (oder sowas in der Art, aber das ist eine andere Geschichte) nach Baku zurueck. Aber halt, ein kleines Detail unseres Ausfluges darf ich nicht verschweigen. Natuerlich zeigte uns der Taxifahrer an der Raststelle in Shamakhi noch den armen Baeren im Kaefig,  der eine gewisse traurige Beruehmtheit in Aserbaidschan erlangt hat.</p>
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		<title>Absheron Nationalpark</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 15:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern haben Birgit und ich unsere  aserbaidschanische Nationalparktour fortgeführt und waren an der Nehrungsküste Absheron, östlich von Baku. Dieser Nationalpark wurde 2005 gegründet und ist der kleinste in Aserbaidschan &#8211; klein, aber fein. Obwohl ich schon darum gebeten worden bin, doch mal wieder was positives über Aserbaidschan zu schreiben, muss ich mich nach diesem Sonntagsausflug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Gestern haben Birgit und ich unsere  aserbaidschanische Nationalparktour fortgeführt und waren an der Nehrungsküste Absheron, östlich von Baku. Dieser Nationalpark wurde 2005 gegründet und ist der kleinste in Aserbaidschan &#8211; klein, aber fein. Obwohl ich schon darum gebeten worden bin, doch mal wieder was positives über Aserbaidschan zu schreiben, muss ich mich nach diesem Sonntagsausflug nicht mal der Beeinflussung bezichtigen lassen. Ich kann tatsächlich mit Fug und Recht behaupten, dass diese ehemalige Sperrzone im Südost-Zipfel der Absheron-Halbinsel ein schöner Flecken Erde ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-430" title="Absheron Nationalpark " src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/absheron1-300x200.jpg" alt="Absheron Nationalpark " width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-431" title="Heuschrecke" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/heuschrecke-300x200.jpg" alt="Heuschrecke" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Aber ersteinmal, wie kommt man dahin? Wir fuhren mit der U-Bahn zur Metrostation Azis Beyov, um von dort einen Bus nach Zirya zu nehmen, ein kleiner Ort, ca. 40 km von Baku entfernt, um dann mit dem Taxi weitere 8 km durch karges Land zu überwinden.  Der Taxifahrer wusste natürlich weder, was ein &#8220;Milli Parki&#8221; ist, noch wo das sein könnte, zum Glück gibt es kaum Möglichkeiten sich zu verfahren. Anscheinend hegen nicht so viele den Wunsch, von Zirya zum Nationalpark gebracht zu werden, wir waren auch die einzigen Gäste an diesem herrlichen Sonntag. Hat man jedenfalls am  Eingangstor (natürlich wieder im sozialistischen Stil errichtet) sein Bilet bezahlt, kann man endlich einen traumhaften Strand betreten und sich ein wahrlich erfrischendes Bad im Kaspischen Meer gönnen. <span id="more-420"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Weit in der Ferne kann man dabei Baku in einer Smogglocke ausmachen und hier etwas Ruhe von all dem Hupen, Chaos und der schrecklichen Luft geniessen.  Zu sehen gab es ersteinmal nicht so viel aufregendes, einpaar Bachstelzen, Seidenreiher und Kormorane. Jaja, ich weiss, ich bin ja jetzt <a href="http://www.nabu.de/kormoranfreunde/kormoran-freunde.php" target="_blank">Kormoranfreund</a> und sollte mich entsprechend mehr darüber freuen, welche zu sehen. Aber wir haben natürlich mit spannderen Vogelarten und mindestens ein paar Kaspirobben gerechnet. Wir wollten schliesslich nicht umsonst das Spektiv mitgeschleppt haben und uns deswegen noch mehr angaffen lassen als sonst. Aber wir wurden auch entlohnt, denn als wir uns auf den Weg zur Nehrungsspitze machten, liess sich ein Trupp von ca. 10 Sandregenpfeifer vor uns nieder. Wir konnten sie in aller Ruhe beobachten und trieben sie noch eine Weile vor uns her. Eine Kaspirobbe haben wir auch gesehen, aber leider nur noch den hinteren angefressenen Teil. Man kann nicht alles haben, dafür haben wir eine ziemlich große Würfelnatter gesehen.</p>
<p style="text-align: justify;">An der Nehrungsspitze angekommen, mussten wir eigentlich auch schon bald zurück, um zur verabredeten Zeit wieder am Tor zu sein und uns vom Taxifahrer wieder nach Zirya bringen zu lassen. Aber ersteinmal stellten wir das Spektiv auf, um auf der vorgelagerten Sandinsel Kaspirobben, möglichst noch lebend zu beobachten, konnten aber leider keine entdecken. Dafür sahen wir ein paar Löffelenten und einen riesigen Schwarm Tafelenten. Jetzt wo es spannend wurde, mussten wir natürlich umkehren und gingen im Stechschritt die ca. 6 km zum Eingangstor zurück. Unterbrochen wurde der Weg durch einen See, den man wegen dem Schlamm nicht durchwaten konnte und so mussten wir noch einen relativ großen Umweg machen. So langsam wurden wir auch etwas panisch, unseren Taxifahrer zu verpassen, natürlich waren auch unsere Handyakkus leer, wenn schon, denn schon. Aber mit deutscher Pünktlichkeit erreichten wir doch noch genau um fünf Uhr das Tor und machten uns auf den ca. dreistündigen Rückweg nach Baku. Damit ging ein schöner Tag am Meer mit ziemlich verbrutzelter Haut zu Ende.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-440" title="Absheron" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/absheron2-300x200.jpg" alt="Absheron" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-451" title="Baden im Kaspi" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/dscn8952-300x225.jpg" alt="Baden im Kaspi" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">
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		<title>The World&#8217;s Dirtiest City &#8211; Baku</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 16:41:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
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		<description><![CDATA[Kürzlich habe ich gelesen, dass Baku die dreckigste Stadt der Welt und Sumgayit die am meisten verschmutzte Region ist. Ich muss sagen, dass beruhigt mich sehr! Irgendwie wäre die Vorstellung, dass es eine noch  dreckigere Stadt als Baku geben könnte auch zu grausam. Gut, ich weiss nicht wie es in Dhaka ist, der Nummer zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Kürzlich habe ich gelesen, dass Baku die <a href="http://www.forbes.com/2008/02/26/pollution-baku-oil-biz-logistics-cx_tl_0226dirtycities.html" target="_blank">dreckigste Stadt der Welt</a> und <a href="http://www.worstpolluted.org/projects_reports/display/27" target="_blank">Sumgayit</a> die am meisten verschmutzte Region ist. Ich muss sagen, dass beruhigt mich sehr! Irgendwie wäre die Vorstellung, dass es eine noch  dreckigere Stadt als Baku geben könnte auch zu grausam. Gut, ich weiss nicht wie es in Dhaka ist, der Nummer zwei im Ranking um den Platz &#8220;Dirtiest City&#8221;, sicherlich auch nicht viel besser. Aber den Platz eins kann nun mal nur einer belegen und da hat sich Baku diesen Titel doch redlich verdient, wie ich finde. <span id="more-392"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Und dazu tragen nicht nur die vielen Lada 2107, Toyota Landcruiser Prado  und all die anderen dicken Karren bei, die die Stadt vollstopfen, bis nichts mehr geht. Sondern auch die dezentrale Müllverbrennung am Strassenrand, die Ölverschmutzung von Land und Wasser (das Wasser schimmert auch immer so hübsch bunt) sowie die Schmutzfrachten, welche von der Kura mitgebracht werden. Gegen den wohlverdienten Titel konnte auch das &#8220;Säubern&#8221; der Ölfelder mit der sehr aserbaidschanischen Methode, einfach Sand drüber zukippen, nichts ausrichten.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-453" title="Baku" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/cimg8298-300x225.jpg" alt="Baku" width="300" height="225" /> <img class="alignright size-medium wp-image-458" title="markenzeichen_baku" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/markenzeichen_baku1-200x300.jpg" alt="markenzeichen_baku" width="200" height="225" /></p>
<p style="text-align: justify;">Hier in Baku kann man jedenfall tief durchatmen und dabei die Luft förmlich schmecken, hier kann man echte &#8220;Ölsardinen&#8221; angeln und fühlen wie Hochhäuser aus dem Boden gestampft werden. Hier ist noch jeder Gang durch die City ein kleines Abenteuer, jede erfolgreiche Straßenüberquerung einen neuen Geburtstag wert. Und wie in Berlin auch, sollte der Blick beim Durchqueren Bakus immer nach unten gerichtet sein, aber nicht wegen Hundekot, sondern wegen dem Müll und vor allem den offenen Gullideckeln, was besonders nachts tükisch ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Leider verstehe ich vieles nicht in und an Aserbaidschan. Zum Beispiel ist mir immer noch ein Rätsel, wie die Leute immer so schnieke aussehen können bei diesem Smog, Staub und Schmutz in den Straßen. Haben die Klamotten mit Nanopartikeln und Schuhe mit Lotusblüteneffekt an? Wie können alle kreuz und quer auf der Straße fahren und dabei kaum Unfälle verursachen? Wie können die ihre Autos so haarscharf und eng durch den Verkehr lotsen, als wären sie mit ihnen verwachsen? Vielleicht sind die Autos tatsächlich ein Teil der Aserbaidschaner? Denn sie laufen im Allgemeinen nicht und sie waschen ihre Autos anscheinend mehr als&#8230; Ok, das kann ich nicht wirklich beurteilen, aber oft kommt es vor, dass der Wasserdruck nicht ausreichend ist zum Duschen, aber den Autowäschern auf der Straße scheint nie das Wasser auszugehen, während die Wohnungen oberhalb der Stadt nur stundenweise Wasser haben. Neulich sah ich sogar Leute, die ein PLAKAT mit einem Feuerwehrschlauch abgespritzt haben und da war mir einiges klar. Denn, was ich schon begriffen habe: dass hier die Fassade wichtiger ist als das marode Haus dahinter, was auch gern als Metapher verstanden werden darf. Höflichkeit ist wichtiger als Ehrlichkeit und planen oder zukunftsorientiert denken ist wohl eher was für Deutsche und andere Europäer.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
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		<title>Sonntagsausflug auf Aserbaidschanisch</title>
		<link>http://blog.ff-vita.de/2009/09/sonntagsausflug-auf-aserbaidschanisch/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 17:36:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paul`s]]></category>
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		<description><![CDATA[Grillen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ursprünglich wollten wir heute als Sonntagsausflug bei einer organisierten Tour zu den Flüchtlingslagern beim Berg Karabach mitfahren, weil wir auf diese Weise  vielleicht die Möglichkeit gehabt hätten, zu den Rötelfalkenkolonien bei Agcabedi zu kommen. Aber da wir keine Rückmeldung erhalten haben, ob denn noch zwei Plätze frei sind, entschieden Martina, Birgit und ich einen Sonntagsausflug zu den Schlammvulkanen bei Qobustan zu machen. Nach der gestrigen Abschiedsparty einer Französin, die wir noch nie in unserem Leben gesehen haben, einigen Bieren, Martini und einem kurzem Abstecher zum &#8220;Oktoberfest&#8221; im &#8220;Paul`s&#8221; hatten wir heute morgen einen einigermaßen schummrigen Schädel, kamen aber denoch gegen zehn Uhr los. <span id="more-302"></span>Zuerst mussten wir zur Metrostation Nizami laufen, um von dort zur Metrostation 20.Januar zu fahren, um von dort zum Yeni-Busbahnhof zu fahren, um von dort nach Qobustan zu fahren, um von dort mit dem Taxi zu den Schlammvulkanen zu kommen &#8211; Ganz einfach! Zur Metrostation 20.Januar zu gelangen war auch kein Problem, denn immerhin es gibt einen Metro-Fahrplan, aber Bus fahren ist was für Baku-Fortgeschrittene! Es kam nun also der Moment, wo sich heraus stellen würde, ob wir dem aserbaidschanischem Verkehrschaos gewachsen seien würden. Wir stiegen in einen Bus ein, an dem Yeni-Avtoboksal stand, in dem naiven Glauben,  da auch hin zu kommen. Nach einer Stunde wurden wir langsam etwas unruhig, ob <em>das</em> denn der direkte und richtige Weg sei und fragten den Busfahrer. Dieser Meister der Straße und des Multitaskings konnte rauchen, telefonieren, sich unterhalten, sich gleichzeitig durch den Verkehr schlängeln und uns antworteten, dass wir in der falschen Richtung eingestiegen seien, aber nur sitzen bleiben müssten, um an unser Ziel zu gelangen. Ok &#8211; so machten wir denn also eine Stadtrundfahrt für 40 Kopeken (ca. 40 Cent) durch die anscheinend bzw. hoffentlich hässlichsten Stadtteile von Baku, während sich in meinem angeditschten Schädel das Quietschen des Schalthebels, das beharrliche Gehupe aller fahrenden Verkehrsteilnehmer und das arhythmische Geruckel des Busses zu ausgewachsenen Kopfschmerzen entwickelten. Während der Fahrt wurden wir angerufen, dass die Truppe doch nicht nach Agcabedi gefahren sei und sich nun in Sumqayit befindet, um am Strand zu grillen und dass wir uns ja dazu gesellen könnten. Wir berieten uns kurz, schauten in den Trescher Reiseführer und die Aussicht die trostloseste Stadt Aserbaidschans, &#8220;einem postindustriellen Albtraum&#8221; und ein &#8220;postapokalyptisches Industriebrachland&#8221; zu sehen, überzeugte uns mehr als Schlammvulkane. Schliesslich laufen die Schlammvulkane nicht weg bzw. werden so schnell hier Leben nicht ausgeblubbert haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-310" title="Yeni-Busbahnof" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/09/cimg81651-300x225.jpg" alt="Yeni-Busbahnof" width="300" height="225" /><img class="alignright size-medium wp-image-311" title="Grillen" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/09/cimg8168-300x225.jpg" alt="Grillen" width="300" height="225" /></p>
<p style="text-align: justify;">Also fuhren wir weiter nach Sumqayiet und wurden tatsächlich nach einigem hin und her telefonieren von zwei jungen Männern vom Avtovogzal abgeholt, obwohl der Veranstalter anfangs der Meinung war, es gäbe keinen Bahnhof in Sumquayiet. Anscheinend hatten die Jungs kein so gutes Kurzeitgedächtnis, denn obwohl sie geradewegs von der &#8220;Party&#8221; kamen, um uns abzuholen, wussten sie  nicht, wie wir dorthin zurück fahren müssen. Interessanter Weise zeigte auch jeder der befragten Passanten in die Richtung aus der wir gerade kamen. Irgendwann sahen wir dennoch den Strand und das Kaspische Meer, das aufbrausend und schön, aber auch sehr abweisend war. Denn inzwischen hatte es sich so richtig eingeregnet und es gab einen forschen Wind, der eigentlich eine gescheite Jacke von namhaften Outdoorherstellern erforderlich machte. Wir hatten schon lange das Gefühl nicht der Witterung entsprechend gekleidet zu sein. Aber bald schon lenkten die Jungs das Auto wacker durch ein Labyrinth aus Gärten, über manches Schlagloch und wir entfernten uns wieder vom Strand. Spätestens jetzt war meine letzte Hoffnung, dass ich mein Fernglas und den Svensson nicht umsonst mitgenommen hatte dahin und gleichzeitig die Hoffnung da, heute doch nicht zu erfrieren. Nach weiterem Hin- und Herirren, telefonieren und nach dem rechten Weg fragen, fanden unsere Abholer dann noch zum richtigen Garten. Wir waren nun bei einer Grillveranstaltung, wo wir niemanden kannten, bei ziemlich miesem Grillwetter und warteten auf die Dinge, die da passieren würden. So langsam konnte ich den Gedanken nicht mehr vertreiben, dass mir heute ein Sonntag mit Khaled Hosseini und einer schönen Tasse Kaffee mehr gebracht hätte. Mitgehangen &#8211; mitgefangen kann ich da dem Volksmund nur zustimmen. Nach dem Essen und einem doch recht interessanten Gespräch mit einem US-Amerikaner, der seinem Land nicht zuletzt aus gewissen politischen Gründen den Rücken gekehrt hat, sind wir wieder zur Strasse zurückgebracht worden. Mit einem mulmigen Gefühl und dem faden Beigeschmack nicht willkommen gewesen zu sein (empfand ich zumindest), fuhren wir gegen 17 Uhr wieder Richtung Baku zurück. Ich finde  unseren Sonntagsausflug jedenfalls sehr aserbaidschanisch und bin nun ziemlich froh in unserer Wohnung in Baku am Rechner sitzen zu können, während draussen ein regnischerer Sturm tobt.</p>
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		<title>Berg Besh Barmag</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 07:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Sonntag sind wir der Monsterstadt Baku entflohen und haben uns mit einem Bus in Richtung Quba begeben, um gemeinsam mit Micha, unserem Guide auf Zeit (leider reist er am Donnerstag ab) den Berg Besh Barmag (Fuenf-Finger-Berg) zu &#8220;besteigen&#8221;. Beim NABU als Highlight fuer Ornithologen beschrieben, ist dieser Berg vor allem eine heilige Staette fuer die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Am Sonntag sind wir der Monsterstadt Baku entflohen und haben uns mit einem Bus in Richtung Quba begeben, um gemeinsam mit Micha, unserem Guide auf Zeit (leider reist er am Donnerstag ab) den Berg Besh Barmag (Fuenf-Finger-Berg) zu &#8220;besteigen&#8221;. Beim <a href="http://www.nabu.de/themen/international/laender/aserbaidschan/08029.html" target="_blank">NABU</a> als Highlight fuer Ornithologen beschrieben, ist dieser Berg vor allem eine heilige Staette fuer die Einheimischen. Der Busfahrer liess uns an der Strasse direkt am Berg aussteigen. Hier konnte man sich noch mal staerken oder auf die Toilette gehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-269" title="cimg8053" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/09/cimg8053-300x225.jpg" alt="cimg8053" width="300" height="225" /><img class="alignright size-medium wp-image-271" title="Besh Barmag" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/09/cimg8065-300x225.jpg" alt="cimg8065" width="300" height="225" /></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Nach Ueberquerung der Gleise kamen wir durch eine kleine Siedlung, querten noch eine Baustelle einer neuen Pipeline und begannen unseren Aufstieg des Berges vom Osten bzw. der Meerseite aus. <span id="more-262"></span>Als wir die Westseite des Berges erreichten, ergab sich ein seltsames Bild eines Parkplatzes, der gleichzeitig Raststaette, Reit- und Schlachtplatz war. So wurden wir Zeuge der Schaechtung eines Schafes und konnten an verschiedenen Plaetzen die unterschiedlichen Stadien des Auseinandernehmens der frisch geschlachteten Tiere bis hin zum Verzehr beobachten. Nun gut, wir zueckten schon mal unsere Muenzen, denn auf der weiteren Strecke hoch zum Gipfel warteten einige heilige Bergfrauen auf uns, um spirituelle Dinge mit uns zu tun oder wir mit dem Felsen oder ihnen einfach so das Geld in die Hand zu druecken. Einige Stellen am Berg waren schon ganz blank gekuesst oder gestreichelt und einige wackere Straeucher waren bunt bestueckt mit Wunschbaendern. Jedenfalls war es eine interessante Erfahrung und beim Abstieg konnten wir immerhin einen Turmfalken bei der Jagd und Kolkraben beobachten. Eventuell haben wir einen Blaumerle gesehen, aber sicher sind wir uns nicht, er war leider zu weit weg. Erwaehneswert sind noch die Rotfluegeligen Oedlandschrecken, die hin und wieder um uns rumsprangen. Nach dem Abstieg auf der suedoestlichen Seite durch Weiden- und Granatapfel-Gestruepp sind wir noch weiter zum Meer gelaufen. Dabei passierten wir wieder eine Pipeline und ein Feld von Foerderpumpen. Als wir endlich das Wasser erreichten goennte sich Micha ein erfrischendes Bad, waehrend ich versuchte bei Windstaerke 10 stilvoll einen Keks zu essen und dabei die Fuesse im Kaspischen Meer zu kuehlen. Gegen 18 Uhr traten wir den Rueckweg an und erreichten denn auch schon gegen 22 Uhr unsere neue eigentlich nur etwa 80 km entfernte Heimatstadt Baku. Weil man sich nicht sicher sein konnte, dass eine Mashrutka an der Strasse anhaelt und noch drei Plaetze fuer uns frei hat, sind wir mit einem jungen Aserbaidschaner und seinem Mercedes ersteinmal nach Chaschmas gefahren in der Hoffnung, dass wir dort am Avtovogzal (Auto-Bahnhof) einen Bus nehmen koennen. Nun ja, das waren dann noch mal 60 km in die falsche Richtung, aber was soll man machen &#8211; ausser lachen. Der junge Mann war sehr nett, er setzte uns am Avtowoksal ab, gab uns seine Telefonnummer, damit wir ihn anrufen koennen, falls kein Bus mehr faehrt, denn dann haette er uns wieder mit zurueck genommen. Es kam denn auch ein Bus, der Richtung Baku loszuckelte - ich fand den Rueckweg jedenfalls sehr aserbaidschanisch.</p>
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		<title>Eine Stadt aus 1000 und einer Nacht, Oel und Bauwahnsinn</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 09:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Baku]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>

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		<description><![CDATA[Tja, da wir am Freitag unser Buero nicht gefunden haben und Samstag war, nutzten wir die Gelegenheit uns die Stadt Baku anzuschauen. Dafuer hatten wir einen sehr erfahrenen Guide, der seit drei Monaten im Rahmen seines Projektes die Stadt erkundet hat &#8211; Micha. Wir sind mit der Seilbahn zur Maertyrerallee hochgefahren und hatten bei der &#8220;Ewigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-full wp-image-259" title="Baku" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/09/img_02341.jpg" alt="Baku" width="769" height="513" />Tja, da wir am Freitag unser Buero nicht gefunden haben und Samstag war, nutzten wir die Gelegenheit uns die Stadt Baku anzuschauen. Dafuer hatten wir einen sehr erfahrenen Guide, der seit drei Monaten im Rahmen seines Projektes die Stadt erkundet hat &#8211; Micha. Wir sind mit der Seilbahn zur Maertyrerallee hochgefahren und hatten bei der &#8220;Ewigen Flamme&#8221; den ersten umfassenden Blick ueber diese krasse Stadt. Hochhaeuser so weit das Auge reicht, Bohrtuerme, rostende Schiffe und Kraene im Meer und irgendwo mittendrin im Haeusermeer die ehrwuerdige Altstadt. Das war dann auch unser naechstes Ziel und vom &#8220;Maedchenturm&#8221; aus hatten wir wieder einen interessanten Blick ueber diese seltsame Mischung aus orientalischem Flair und Hochhaeusern, die in den letzten 10 Jahren aus dem Boden gestampft wurden. Weiter ging es am Hafen, vorbei an einer Art Kirmis zu einem Ausflugsschiff, dass uns vom Wasser aus wieder eine neue Perspektive auf diese ausufernde Stadt und dem Bauwahnsinn eroeffnete. Rauchen ist auf dem Boot sinnvoller Weise verboten, weil sich wohl bei der Entsorgung der Kippe die huebsch schimmernde Wasseroberflaeche entzuenden wuerde. Nach einer groben Abmessung in GoogleEarth hat diese Stadt eine Ost-West-Ausdehnung von mindestens 15 km, obwohl ich auch nicht weiss, wie aktuell die Satellitenbilder sind. Jedenfalls konnte man vom Schiff aus erahnen, wie riesig die Flaeche sein muss, die von diesem stadtplanerischem Monstrum vereinahmt wird.</p>
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		<title>One Day in Baku</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 08:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[AOS]]></category>
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		<description><![CDATA[Alles begann mit einer ziemlich chaotischen Taxifahrt vom Flughafen zur unserer WG hier in Baku. Natuerlich kennen die aserbaidschanischen Taxifahrer keine Strassennamen, ich hatte auch nichts anderes erwartet, aber der aufdringlichste von ihnen wusste angeblich wohin und koenne uns fuer 20 Manat (ca.20 Euro) dorthin bringen, kein Problem. Mit meiner ausgedruckten Google-Map konnte er nichts anfangen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Alles begann mit einer ziemlich chaotischen Taxifahrt vom Flughafen zur unserer WG hier in Baku. Natuerlich kennen die aserbaidschanischen Taxifahrer keine Strassennamen, ich hatte auch nichts anderes erwartet, aber der aufdringlichste von ihnen wusste angeblich wohin und koenne uns fuer 20 Manat (ca.20 Euro) dorthin bringen, kein Problem. Mit meiner ausgedruckten Google-Map konnte er nichts anfangen, wahrscheinlich hat er zum ersten Mal in seinem Leben eine Stadtkarte gesehen. Nach dem Verlassen des Flughafens hat er dann jemanden angerufen, um nach dem Weg zu fragen und dann direkt den Preis auf 25 Manat erhoeht, weil es schliesslich ziemlich weit waere. Nach einigem Rumirren in der Stadt und dem Fragen vieler Passanten hat er tatsaechlich die Strasse gefunden und ist mitten auf der Kreuzung stehen geblieben. <span id="more-236"></span>Weil wir kein Kleingeld hatten und gerade unsere ersten Manatscheine am Flughafen vom Bankomaten geholt hatten, konnte er natuerlich nicht wechseln, da erhoehte sich spontan der Fahrpreis. Birgit hat noch hartnaeckig mit dem Fahrer verhandeln wollen, aber ich wollte bei diesem Chaos und Hupkonzert um uns herum nur noch weg und als sich dann noch ein Polizist dazu gesellte, war mir die Fahrpreiserhoehung voellig schnuppe.</p>
<p style="text-align: justify;">Am naechsten Tag haben Birgit und ich versucht das Buero der <a href="http://www.aos.az/eng/index.php" target="_blank">AOS</a> zu finden, fuenf Stunden lang, ohne Erfolg. Es ging los, dass wir die Metrostation Nizami nicht gefunden haben, von der wir unsere Fahrt zum Buero starten wollten und einen Einheimischen nach dem Weg gefragt haben. Er hiess Eldar und meinte, dass er ein Stueck mitkommen kann, um uns den Weg zu zeigen. Nach langem Laufen durch eine Einkaufsstrasse kamen uns langsam Zweifel, ob das denn der richtige Weg waere, aber gut. Irgendwann kamen wir an der Station 28.Mai an und fuhren Richtung Nizami, alles klar, dann haben wir ihm aber verstaendlich machen koennen, dass wir eigentlich nach Genschlik wollten und Nizami nur unser Start war. Lange Rede kein Sinn, wir haben nach einigem Suchen und dem Involvieren einiger aserbaidschanischen Geschaeftsleute die Adresse gefunden, aber nicht das Buero. So langsam wollten wir auch Eldar loswerden, was aber schwierig war, ohne unhoeflich zu werden. Wir bedankten uns und hofften, dass er nicht allzu beleidigt war, dass wir ab nun allein suchen wollten. Und jetzt suchten wir ersteinmal das naechste Internetcafe, um die Adresse der Homepage von AOS auszuprobieren, mit einer Google-Map zogen wir erneut los. Wir fanden auch tatsaechlich die Strasse, aber da gab es keine Nummer 83, so dass wir kapitulierten und nach Hause wollten. Wenigstens konnten wir noch Geld wechseln und eine Telefonkarte kaufen, damit war der Tag nicht voellig vertan. Was uebrigens ebenfalls alles andere als leicht ist, weil man dafuer eine &#8220;Registrierung&#8221; in Baku braucht. Aber zum Glueck hatten uns andere Leute einen bestimmten Telefonladen genannt, bei welchem unser Passport zum Kaufen einer Telefonkarte &#8220;ausreichend&#8221; ist. Als uns unsere WG-Mitglieder am Abend gefragt haben, wie denn unser erster Tag lief und wir unsere Geschichte von der Suche nach dem AOS-Buero erzaehlt haben, meinten sie &#8220;sehr aserbaidschanisch&#8221;. Das nehme ich mal als Kompliment an. <img src='http://blog.ff-vita.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Packen für Aserbaidschan</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 09:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Baku]]></category>
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		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Kalkofe]]></category>

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		<description><![CDATA[Tja, die letzten Stunden vor der Abreise nach Aserbaidschan und die Frage, was muss ich jetzt noch tun, was muss noch unbedingt in den Rucksack!? Vielleicht doch noch mal zum Outdoorladen, neuen Nikwax und eine Jacke kaufen? Oder reicht meine Regenjacke, oder besser den dicken Wintermantel anziehen und hoffen, dass ansonsten die Fleece-Jacke reicht? Man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Tja, die letzten Stunden vor der Abreise nach Aserbaidschan und die Frage, was muss ich jetzt noch tun, was muss noch unbedingt in den Rucksack!? Vielleicht doch noch mal zum Outdoorladen, neuen Nikwax und eine Jacke kaufen? Oder reicht meine Regenjacke, oder besser den dicken Wintermantel anziehen und hoffen, dass ansonsten die Fleece-Jacke reicht? Man kann einfach nicht &#8220;alles&#8221;  mitschleppen, was man meint, unbedingt zu brauchen für drei Monate. Unerlässlich sind auf jeden Fall Fernglas, GPS-Gerät, Kamera, Svensson Vogelführer, das Buch &#8220;<em>Birdwatching in Azerbaijan</em>&#8220;, Russisch-Wörterbuch, Aserbaidschanisch-Sprachführer, iPod, externe Festplatte und diverse Ladekabel. <span id="more-231"></span>Äusserst wichtig sind des Weiteren ausreichend Kaffee, weil es in dieser Teetrinkernation wohl nur Instantkaffee gibt &#8211; brrrr, Tabak wegen meiner Vorliebe zu den selbstgedrehten Zigaretten, ansonsten sicherlich billiger vor Ort zu bekommen, dicke Sachen wie hübsche BW-Unterhosen, Hüttenschlafsack für den Fall der Fälle, naja und das übliche. Wanderstiefel werde ich anziehen und mir dort ein Paar billige Turnschuhe kaufen, weil für Schuhe einfach kein Platz mehr im Rucksack ist. Man muss Prioritäen setzen! Und dabei ständig die Frage, was muss ich wirklich mitnehmen und was kann ich in Baku besorgen? Wichtig sind mir ausreichend Bücher für jede Stimmung. Ich werde nie wieder den Fehler begehen und nur ein, wenn auch dickes Buch mitzunehmen, wie in den drei Monaten in Kirgistan und nur den Ulysses von James Joyce dabei &#8211; ein schrecklich langweiliges Buch. Diesmal bin ich hoffentlich mit folgenden Büchern gut ausgestattet: Conefrey, Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt; Forster, Reise um die Welt; Humboldt, Reise durchs Baltikums nach Russland und Sibirien 1829; Hosseini, Drachenläufer. Naja und natürlich noch diverse DVDs, meine Kollegin hat schliesslich ihren Laptop dabei und wahrscheinlich gibt es in der WG in Baku sogar einen DVD-Player. Hoffentlich, denn drei Monate ohne Kalkofe werden hart für mich. (Lieber Kalk, ich vermisse Dich jetzt schon!) Aber gut, wer das eine will, muss das andere mögen und ansonsten gibt es natürlich Internet, sprich Youtube. Seltsam, wie frühere Forscher und Entdecker gereist sind, ohne den ganzen Outdoorkram, mit Kompass statt Navigationsgerät, Briefe schreiben statt Blogs und dabei <em>wirklich</em> auf Dinge verzichten zu müssen. Diese Entbehrungen und Erfahrungen zu machen wird wohl immer schwieriger. Ich bin gespannt, was ich für Aserbaidschan noch hätte einpacken müssen. Und am Ende noch ein Buchtipp, für jeden der mit Aserbaidschan als nächstes Traumziel liebäugelt: Ingo Petz, Kuckucksuhren in Baku, Reise in ein Land, das es wirklich gibt.</p>
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