FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Tag: Baku

Tolerantes Baku?

Leider gibt es immer noch nichts positives über die Arbeit bei AOS zu berichten und da sich dieser Blog auch in gewisser Weise, der in Aserbaidschan üblichen Zensur zu unterziehen hat, gab es bislang nur Reiseberichte…. Aber da wir das letzte Wochenende auch nicht weggefahren sind und es auch sonst nichts zu berichten gibt, schon gar nichts vogeltechnisches (auch wenn wir uns in einer der interessantesten Länder für den Vogelzug befinden) sei die Frage erlaubt:  Was macht man eigentlich Freitagabend in Baku? Wir waren in einer Schwulenbar und das war nun wirklich mal interessant, denn dass es so etwas wie eine schwule oder alternative Szene überhaupt in Baku gibt, vom Rest des Landes ganz zu schweigen, hatte ich nicht wirklich erwartet. Ok, dass sich hier unsere ausländischen Freunde zu ihrer Homosexualität bekennen, ist nichts neues, ungewöhnliches oder berichtenswertes, aber dass es tatsächlich Aserbaidschaner gibt, die sich in diesem Land trauen, in aller Öffentlichkeit ihr “anders sein” zu feiern, macht Mut.

tolerantes Baku?Baku

Schliesslich reicht es in Aserbaidschan schon, ein Video über einen Esel zu drehen und einen regierungskritischen Blog zu schreiben, um zusammen geschlagen zu werden und anschliessend zu zwei Jahren Haft wegen “Rowdytum” verurteilt zu werden. Denn eigentlich gibt es im Land der übertriebenen Höflichkeit so gut wie keine Selbstreflexion, Kritik oder Zweifel, weder an der Regierung, noch an Aserbaidschan im Allgemeinen und erst recht nicht an sich selbst. weiterlesen… »

Karawanserei, Halva und der Khanpalast

Alle schwärmen von Sheki – ich auch. Das letzte Wochenende hat unsere WG wieder genutzt, um mehr von Aserbaidschan zu sehen und dem Moloch Baku zu entkommen. Das Gute ist, man kann mit dem Nachtzug nach Sheki fahren und dort mehr oder weniger ausgeschlafen ankommen, aber man muss sich frühzeitig um Tickets kümmern. Das haben wir getan und auch die zwei Manat Aufpreis für einen Schlafplatz im Coupé nicht gescheut. Leider kann man keine Rückfahrkarten kaufen, auch nicht an der Kasse bei der Ankunft in Sheki. So muss man also darauf vertrauen, irgendwie wieder nach Baku zurückzukommen, aber dazu später mehr – es ist schliesslich sehr unaserbaidschanisch im Voraus zu planen. Es ist übrigens auch sehr unaserbaidschanisch praktisch zu sein, in jeder Lebenslage und natürlich befindet sich der Bahnhof nicht etwa in der Stadt, sondern fünf Kilometer südlich entfernt. Also wird man bei seiner Ankunft von Taxifahrern umringt, die glauben, jeder halbwegs nach Touri aussehende Fahrgast ist dumm wie Brot und lässt sich völlig überteuert nach Sheki fahren. Wir haben uns für vier Manat nach Sheki bringen lassen und weitere Preiserhöhungs-Versuche seinerseits eiskalt abblitzen lassen.

ShekiKarawanserei Sheki

Dafür hat uns der etwas enttäuschte Fahrer bei einem Büro abgesetzt, bei dem man angeblich Rückfahrkarten kaufen kann. Aber natürlich war es noch geschlossen, es war schliesslich erst acht Uhr und wir konnten überhaupt froh sein, um diese Zeit schon Frühstück essen zu können – oder so etwas in der Art. In einer Bäckerei gab es, neben sehr süßen Speisen, nur Kakao, sehr süßen Kakao,  oder sollte ich besser sagen – dunkelbraunes Zuckerwasser? weiterlesen… »

Herbst in Aserbaidschan

Nachdem wir letztes Wochenende noch mal Sommer pur am Kaspi geniessen konnten, war unser letzter Wochenendausflug nach Ismailly absolut herbstlicher Natur. Freitag abend machten wir uns in nordwestlicher Richtung mit einer Mashrutka auf den Weg nach Ismailly, um dort eine Peace Corperin zu besuchen. “Wir” heisst, unsere gesamte WG, zurzeit bestehend aus vier Deutschen, eine junge Couchsurferin, welche allein von Shanghai quer durch Asien nach Baku gereist ist und weiter nach Georgien, Turkei und dann nach Deutschland ziehen will und einem Franzosen, der in Baku franzoesisch lehrt.

Nach einem netten Abend mit reichlich Bier schauten wir uns am Samstag das Doerfchen Ivanovka an, in welchem es die letzte Kolchose Aserbaidschans geben soll. Dorthin gelangten wir natuerlich mit einem Taxi und nun die ultimative Frage: Wieviel Leute passen in einen лада жигули 2102 (Lada Kombi)? Inklusive Fahrer koennen sich sieben Passagiere reinquetschen. Dabei war es uns aber nicht erlaubt im Kofferraum zu sitzen, gut, dafuer hatten unsere Rucksaecke wenigstens ausreichend Platz. Da der Fahrer uebermaessig viel Angst vor der Polizei hatte, musste sich die Kleinste von uns (das war diesmal nicht ich!) bei Gefahr verstecken. Laut dem Fahrer wuerde es 20 “Rubel Straff” kosten, spaeter sogar 40 oder 50 “Rubel”, je nach Situation und Moeglichkeit den Fahrpreis zu erhoehen, was bei uns aserbaidschan-Erfahrenen aber nicht funktionierte. Uebrigens hatte ein anderer Taxifahrer ueberhaupt keine Angt vor Polizeikontrollen und wir auch nicht. Hallo?! Die Einheimischen fahren immer mit ueberfuellten Ladas rum.

IsmaillyIvanovka

Das unbeugsame Kolchosen-Dorf war weniger spektakulaer als erwartet und man konnte dort nicht mal den beruehmten Ivanovka-Kaese oder -Wein kaufen. Auffaellig waren allein die riesigen Ackerschlaege rund um das Dorf, ein Anblick, den besonders wir “Ossis” aus LPG-Zeiten kennen. Nach einer erfolgreichen Flucht vor einer illustren russischen Runde mit betrunkenen Maennern, die leider alle Klischees erfuellten und uns unbedingt einladen wollten, mit ihrem ohnehin schon ueberfuellten Bus mitzufahren, gingen wir zu Fuss zurueck nach Ismailly. weiterlesen… »

Absheron Nationalpark

Gestern haben Birgit und ich unsere  aserbaidschanische Nationalparktour fortgeführt und waren an der Nehrungsküste Absheron, östlich von Baku. Dieser Nationalpark wurde 2005 gegründet und ist der kleinste in Aserbaidschan – klein, aber fein. Obwohl ich schon darum gebeten worden bin, doch mal wieder was positives über Aserbaidschan zu schreiben, muss ich mich nach diesem Sonntagsausflug nicht mal der Beeinflussung bezichtigen lassen. Ich kann tatsächlich mit Fug und Recht behaupten, dass diese ehemalige Sperrzone im Südost-Zipfel der Absheron-Halbinsel ein schöner Flecken Erde ist.

Absheron Nationalpark Heuschrecke

Aber ersteinmal, wie kommt man dahin? Wir fuhren mit der U-Bahn zur Metrostation Azis Beyov, um von dort einen Bus nach Zirya zu nehmen, ein kleiner Ort, ca. 40 km von Baku entfernt, um dann mit dem Taxi weitere 8 km durch karges Land zu überwinden.  Der Taxifahrer wusste natürlich weder, was ein “Milli Parki” ist, noch wo das sein könnte, zum Glück gibt es kaum Möglichkeiten sich zu verfahren. Anscheinend hegen nicht so viele den Wunsch, von Zirya zum Nationalpark gebracht zu werden, wir waren auch die einzigen Gäste an diesem herrlichen Sonntag. Hat man jedenfalls am Eingangstor (natürlich wieder im sozialistischen Stil errichtet) sein Bilet bezahlt, kann man endlich einen traumhaften Strand betreten und sich ein wahrlich erfrischendes Bad im Kaspischen Meer gönnen. weiterlesen… »

The World’s Dirtiest City – Baku

Kürzlich habe ich gelesen, dass Baku die dreckigste Stadt der Welt und Sumgayit die am meisten verschmutzte Region ist. Ich muss sagen, dass beruhigt mich sehr! Irgendwie wäre die Vorstellung, dass es eine noch  dreckigere Stadt als Baku geben könnte auch zu grausam. Gut, ich weiss nicht wie es in Dhaka ist, der Nummer zwei im Ranking um den Platz “Dirtiest City”, sicherlich auch nicht viel besser. Aber den Platz eins kann nun mal nur einer belegen und da hat sich Baku diesen Titel doch redlich verdient, wie ich finde. weiterlesen… »

FF-vita Blog läuft unter Wordpress 2.9.1
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates