Die Vögel im Park Babelsberg
In den letzten zwei Wochen war ich regelmäßig in den frühen Morgenstunden im Park Babelsberg unterwegs. Für meine Begriffe ist der Park Babelsberg der mit Abstand schönste Park Potsdams. Nicht nur aufgrund des “Dynamik” im Relief, dem wunderschönen Flatowturm und dem schönen Blick über die Havel und Potsdam. Insbesondere der alte, abwechslungsreiche Baumbestand und die große Menge verschiedenartiger Strukturen in den Bestandesschichten mit viel stehendem Totholz macht den Park zu einem Eldorado für eine Vielzahl an Brutvögeln.
Meiner Leidenschaft folgend habe ich die letzten zwei Wochen der Erkundung der Vogelwelt im Park gewidmet. Nicht, dass ich eine professionelle Kartierung unternommen hätte (auch wenn ich das gegen eine gewisse Aufwandsentschädigung sehr gerne tun würde), ich bin lediglich mit dem Fernglas, Stullen und meinem Rucksackhocker bewaffnet durch verschiedene Parkbereiche geschlichen und habe mir die vorkommenden Vögel betrachtet. Das gute Wetter in den letzten Tagen tat sein übriges, um jeden einzelnen Morgen zu etwas ganz besonderem zu machen. Auffallend war zum Beispiel die noch sehr hohe Aktivität der Mittelspechte, im östlichen Parkbereich lassen sich mindestens drei Reviere erahnen. Schön war auch das rege treiben und fröhliche Gezwitscher der Mönchsgrasmücken in den Büschen und Sträuchern und der nicht weniger überschwänglich klingende Gesang der Rotkehlchen in den Bäumen.
Die Liste der bis zum heutigen Tag vorkommenden Brutvögel in den bearbeiteten Parkbereichen ist lang und reicht buchstäblich von A wie Amsel bis Z wie Zaunkönig. Dazwischen finden sich unter anderem Bunt-, Mittel-, Schwarz- Grün- und Kleinspechte, Buchfinken, die schon erwähnten Mönchsgrasmücken, Rotkehlchen, Buchfinken, Wald- und Gartenbaumläufer, Elstern, Eichelhäher, Nebelkrähen, Grünfinken, Mäusebussard, Schwarzmilan, Höckerschwäne, Stockenten, Singdrosseln, Schwanz-, Blau- und Kohlmeisen und und und….viele mehr. Herauszuheben ist vielleicht noch ein tolles Ereignis mit vielleicht tragischem Ende. Nachdem ich an einem Morgen Herrn und Frau Gänsesäger beobachtet habe und mich über den Fund freute, zog kurze Zeit später knapp 30 Meter vor mir ein Habicht mit Beute an mir vorbei. Er kam aus der Gegend, in der ich noch zuvor die beiden Gänsesäger beobachten konnte. Da ich nicht schnell genug mein Fernglas zur Hand hatte, konnte ich lediglich erkennen, dass die Beute schwarz-weiß und verhältnismäßig groß war….. Ob es sich dabei um Herrn Gänsesäger gehandelt hat oder nicht vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen. Sicher ist nur, dass ich in den folgenden Tagen nur noch Frau Gänsesäger im Park nachweisen konnte. Ich mache mich aber auch gleich wieder auf den Weg in den Park. In diesem Sinne gibt es demnächst bestimmt noch mehr Geschichten aus dem Park Babelsberg.