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	<title>FF-vita Blog &#187; AOS</title>
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	<description>Landschaftsnutzung und Naturschutz</description>
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		<title>Vogelzählung auf Aserbaidschanisch</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 17:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem wir fast alle IBA`s digitalisiert haben und auch langsam die Saison beginnt, die Zugvögel am Kaspischen Meer zu zählen, war heute unser erster &#8220;richtiger&#8221; Birdwatchingday. Wie uns Dr. Elchin Sultanov von AOS empfohlen hat, sind wir zur Artyom-Halbinsel gefahren, um dort in den Buchten nach Zugvögel Ausschau zu halten.  Die Insel Artyom ist laut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nachdem wir fast alle IBA`s digitalisiert haben und auch langsam die Saison beginnt, die Zugvögel am Kaspischen Meer zu zählen, war heute unser erster &#8220;richtiger&#8221; Birdwatchingday. Wie uns Dr. Elchin Sultanov von <a href="http://www.aos.az/eng/index.php" target="_blank">AOS</a> empfohlen hat, sind wir zur Artyom-Halbinsel gefahren, um dort in den Buchten nach Zugvögel Ausschau zu halten.  Die Insel Artyom ist laut dem Trescher-Reiseführer ein: &#8220;<em>trostloses Stück Land,&#8230; umringt von uninspirierten Wohnblöcken&#8230; Ölfeldern und Flüchtlingssiedlungen&#8230;</em>&#8221; Tja, besser kann man diesen gottverlassenen Ort auch nicht beschreiben und Vögel gucken, stellt man sich ja irgendwie anders vor, in unberührter Natur oder sowas in der Art zumindest. Aber da wir uns schon seelisch und moralisch gut auf eine ölfverschmierte Industrielandschaft vorbereitet haben, wurden wir relativ positiv überrascht. <span id="more-505"></span></p>
<p style="text-align: justify;">An unserem ersten Halt waren leider nur unzählige Blessrallen (<em>Fulica atra</em>) und der Wind versuchte unser Spektiv wegzupusten, so dass wir ersteinmal in einem Restaurant einkehrten, um uns an Chay aufzuwärmen. Während wir frühstückten hing man, einen bereits aus der Decke geschlagenen, Hammel direkt neben uns auf, um ihn auzunehmen und in wohlproportionierte Teile zu schneiden, wie gut, dass wir keine Vegetarier sind. Gleichzeitig flog der Hubschreiber ziemlich dicht über unseren Köpfen, der die Öl-Arbeiter regelmäßig zur weltweit einzigen Stadt auf Stelzen, Neft Daschlari bringt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir machten uns dann auf den Weg Richtung Strand, wieder nur Blessrallen, aber gut, wir begannen sie zu zählen und kamen auf über 800 allein an dieser Stelle.  Ansonsten tummelten sich noch 22 Kormorane (<em>Phalacrocorax spec.</em>),  19 Tafelenten (<em>Aythya ferina</em>), zwei Schnatterenten (<em>Anas strepera</em>), eine vereinsamte Rostgans (<em>Tadorna ferruginea</em>) sowie diverse Reiher und Möwen in der Bucht. Am Ufer waren Bachstelzen und Haubenlerchen unterwegs, drei Stieglitze liessen sich sehen und ein (wahrscheinlich) Rötelfalke jagte über die Ebene. Wir gingen weiter Richtung Norden, um an anderer Stelle unser Spektiv aufzustellen und zählten nochmals über 400 Blessrallen und neun Silberreiher (<em>Egretta alba</em>). So langsam dachte ich, könnte uns mal was spannenderes vor die Linse laufen, schwimmen oder fliegen und tatsächlich als wir weitergingen &#8211; endlich ein paar Limis!</p>
<p style="text-align: justify;">Wir haben flugs unser Spektiv aufgebaut und tatsächlich waren da einige Strandläufer und Regenpfeifer. Aber während wir noch rätselten, ob es sich wohl um Sandregenpfeifer handelte, gesellte sich ein Trupp Soldaten hinzu. Uns war nicht klar, dass wir auf einem Militärgelände waren und erklärten, dass wir nur nach Vögel gucken wollen. Irgendwie fanden dann wohl alle Beteiligten die Situation ziemlich lustig, denn auch die Soldaten mussten schmunzeln bis lachen, als einer von ihnen durch unser Spektiv schaute und seinen Kumpanen bestätigen konnte, dass wir tatsächlich kleine niedliche Vögel fokussiert hatten.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-510" title="Birdwatching_Artyom" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/dscn9154-300x225.jpg" alt="Birdwatching_Artyom" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-512" title="Artyom_Birdwatching" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0689-300x200.jpg" alt="Artyom_Birdwatching" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Nach dieser ersten illustren  Vorhut kamen weitere Soldaten mit einem wichtig dreinblickenden Herrn, der uns wieder fragte, was wir hier zu suchen hätten. Wieder unsere Erklärung in Russisch und in Zeichensprache, dass wir nur Vögel gucken, aber er wollte sich nicht davon überzeugen lassen, dass man kleine niedliche Limis sieht, wenn man durchs Spektiv schaut und bezichtigte uns der Militärspionage. Schliesslich gäbe es hier eine Rakete und überhaupt, wo wir denn herkommen würden usw., unnötig zu erwähnen, wie unglaubhaft &#8220;zu Fuss&#8221; in Aserbaidschan ist. Auf meine Frage, wo wir denn nun weiter langgehen dürften, meinte er, nirgendwo hin, wir müssten hier warten, wahrscheinlich auf einen noch wichtiger dreinblickenden Soldaten.</p>
<p style="text-align: justify;">Das wurde mir langsam zu blöd und ich rief Elchin an, schilderte ihm kurz die Sitation und gab das Telefon weiter an den wichtigen Soldaten. Nach einem kurzen Gespräch in seiner Landessprache gab er uns lächelnd das Telefon wieder, zeigte uns den Rückweg und verabschiedete uns freundlich, er sagt sogar &#8220;<em>cpacibo</em>&#8220;. Wir wissen bisher noch nicht, was Elchin gesagt hat, aber es hat gewirkt und wir konnten abziehen. Puh, wir hatten auch eigentlich wenig Lust, Zeit auf einem Polizeirevier zu verbringen, um zu Protokoll zu geben, dass wir Vögel beobachtet haben. Zum Glück hat der wichtige Mann meine Kamera und das GPS-Gerät nicht gesehen, denn fotografieren kann man in Aserbaidschan nur schöne Dinge. Fotographiert man Industrie-, Öl- oder was auch immer-Anlagen riskiert man einen Ausflug zur Polizei und dann kommt man noch am Besten weg, wenn man seine Bilder löscht &#8211; seltsames Absur&#8230; äh Aserbaidschan! Nun denn, wir haben noch die ca. 1500 Blessrallen auf der anderen Seite gezählt, vor welchen wir uns am Anfang gedrückt hatten und fuhren erleichtert nach Hause.</p>
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		<title>Altiaghaj Nationalpark</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 17:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Sonntag war es wieder soweit, wir mussten Baku dringend verlassen und frische Landluft schnappen. Nachdem wir bereits im Shirvan-und Hirkan-Nationalpark waren, haben wir mittlerweile den Anspruch alle Nationalparke in Aserbaidschan kennenzulernen. Nun denn, unser ultimativer Vogel-Reisefuehrer  &#8221;Birdwatching in Azerbaijan &#8211; a guide to nature and landscape&#8221; lockt mit: &#8220;Wolves and Caucasian Brown Bears still roam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Am Sonntag war es wieder soweit, wir mussten Baku dringend verlassen und frische Landluft schnappen. Nachdem wir bereits im Shirvan-und Hirkan-Nationalpark waren, haben wir mittlerweile den Anspruch alle Nationalparke in Aserbaidschan kennenzulernen. Nun denn, unser ultimativer Vogel-Reisefuehrer  &#8221;<em>Birdwatching in Azerbaijan &#8211; a guide to nature and landscape</em>&#8221; lockt mit: &#8220;Wolves and Caucasian Brown Bears still roam the national park, which is espacially beautiful in early October, when the trees are in full autumn colours.&#8221; <span id="more-360"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Und das war nun wirklich nicht zu viel versprochen, wir waren definitiv zur richtigen Zeit am richtigen Ort.  Beeindruckend sind natuerlich auch die beruehmten Candy Cane Mountains, wenn man bei Gilaezi nach Westen abbiegt. Aber leider hat unser Rally-Taxi-Fahrer hier nicht angehalten, so dass wir unbedingt noch einmal herkommen muessen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-361" title="Herbst im Altiaghaj" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0347-300x200.jpg" alt="Herbst im Altiaghaj" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-364" title="Candy Cane Mountains" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0344-300x200.jpg" alt="Candy Cane Mountains" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Unsere Tour war weniger ein ornithologischer Ausflug als eine Begegnung mit vielen Absonderlichkeiten, zumindest aus deutscher Sicht. Wenngleich wir aus aserbaidschanischer Sicht wohl auch als sehr absonderlich aussahen, schon allein, weil wir <strong>gelaufen</strong> sind. Dazu noch unsere komisch-praktische Kleidung, Wanderschuhe, Rucksaecke, Fotoapperate und Fernglaeser. Ich habe mich auch ganz kurz gefragt, was eigentlich der Taxifahrer dachte, als er uns beim netten Oertchen Altiaghaj rausgelassen hat, um uns am Abend im naechsten Dorf wieder einzusammeln, habe diese Frage aber schnell wieder verworfen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-374" title="Schutzzaun" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0355-300x200.jpg" alt="Schutzzaun" width="300" height="200" /><img class="alignleft size-medium wp-image-375" title="Kaffee" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0361-300x200.jpg" alt="Kaffee" width="300" height="200" />Ausserdem wurden unterwegs genuegend andere Fragen aufgeworfen, zum Beispiel was wird hier eigentlich geschuetzt oder ist dieser Zaun nur wieder Ausdruck der aserbaidschanischen Eigenheit Fassaden aufzubauen? Und warum hat der Kaffee hier nie so grosse Bedeutung erlangen koennen wie bei uns?</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-380" title="Lada Niva" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0397-300x200.jpg" alt="Lada Niva" width="300" height="200" /><img class="alignright size-medium wp-image-381" title="Personenkult" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/10/img_0371-300x200.jpg" alt="Personenkult" width="300" height="200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Sind Schafe gute Fussballspieler? Warum wird der Lada Niva von SUVs abgeloest? Was hat es mit diesem Personenkult in Aserbaidschan auf sich und was bedeuten die Schilder mit Spruechen des Praesidenten den Einheimischen? Warum sind die Eingaenge der Nationalparke in Aserbaidschan im sowjetischen Stil errichtet, obwohl das Land seit 1991 unabhaengig vom grossen Bruder ist? Wie kann es sein, dass anscheinend alle aelteren Maenner der postsowjetischen Laender, insbesondere Aserbaidschans waehrend der Sowjetzeit in der &#8220;GDR&#8221; in Magdeburg stationiert waren und wenn ja, waren das dann mehr Soldaten als es Buerger in der DDR gab? Ich werde noch viel darueber nachdenken koennen, wenn ich mal wieder im Buero der AOS darauf warte, dass der Rechner <em>irgendetwas</em> macht.</p>
<p style="text-align: justify;">Jedenfalls wurden wir von einem sehr zuvorkommenden Aserbaidschaner eingeladen, der beim Kaffee aufgeregt von seiner Zeit in der &#8220;GDR&#8221; berichtet hat. Und da wir nun schon kein Brot angenommen haben und nicht zum Abendessen bleiben konnten, obwohl er ein Huhn fuer uns geschlachtet haette, gab er uns wenigstens noch suesse Quitten mit auf den Weg. Koffeingestaerkt fuehrten wir nun unseren Weg durchs Dorf weiter, als zwei riesige Greifvoegel ueber uns schwebten. Sicherlich war das seltsame Verhalten voegelbeobachtender Großstaedter beim Anblick von kreisenden Gaensegeiern in der Luft nicht nur fuer unsere Begleiter ein putziger Anblick. Panisch stellten Birgit und ich unsere Rucksaecke ab, zueckten die Fernglaeser, holten den Svensson raus und liefen aufgeregt die Strasse auf und ab, um noch einen Blick auf die Voegel erhaschen zu koennen. Gaensegeier, krass &#8211; na da hat sich der Ausflug doch wieder gelohnt!</p>
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		<title>Vogelexkursion auf Aserbaidschanisch</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 14:25:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem wir gestern tatsaelich das Buero gefunden haben &#8211; aehm, wir wurden von einem Mitarbeiter vom Bahnhof  abgeholt, wer weiss, wie lange wir sonst&#8230; Nun gut, interessanter Weise wurden wir dann von Dr. Elchin Sultanov gefragt, was wir eigentlich bei AOS (Azerbaijan Ornithological Society) machen wollen ??? Nachdem wir daraufhingewiesen haben, dass eigentlich klar ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-full wp-image-288" title="Vogelexkursion auf Aserbaidschanisch" src="http://blog.ff-vita.de/wp-content/uploads/2009/09/dscn8651.jpg" alt="Vogelexkursion auf Aserbaidschanisch" width="697" height="523" />Nachdem wir gestern tatsaelich das Buero gefunden haben &#8211; aehm, wir wurden von einem Mitarbeiter vom Bahnhof  abgeholt, wer weiss, wie lange wir sonst&#8230; Nun gut, interessanter Weise wurden wir dann von Dr. Elchin Sultanov gefragt, was wir eigentlich bei <a href="http://www.aos.az/eng/index.php" target="_blank">AOS</a> (Azerbaijan Ornithological Society) machen wollen ??? <span id="more-274"></span>Nachdem wir daraufhingewiesen haben, dass eigentlich klar ist, was wir zu tun haben und es eine ziemlich genaue  Projektausschreibung gibt, meinte er, dass wir ja morgen ersteinmal bei einer Vogelexkursion gemeinsam mit der &#8220;Dschitisiii&#8221; (<a href="http://www.gtz.de/de/weltweit/europa-kaukasus-zentralasien/5466.htm" target="_blank">GTZ</a>) mitfahren koennen. Gut: Gesagt &#8211; Getan. Treffpunkt war heute morgen um halb neun (reichlich spaet fuer Voegel gucken, oder?) an der Metrostation Genschlik, am Hotel Genschlik. Eine nette Beschreibung fuer einen Treffpunkt, wenn nirgendwo eine Name steht und das sogenannte &#8220;Hotel Genschlik&#8221; ein verfallenes Hochaus ist, das hoffentlich schon glanzvollere Zeiten erlebt hat. Weil wir nicht wussten, wo dieses Hotel sein soll haben wir eine Mitarbeiterin angerufen und festgestellt, dass wir zufaellig am richtigen Ausgang waren. Sie hat uns dann eingesammelt und ist mit uns zum Treffpunkt gegangen. Gegen halb zehn waren denn auch alle da und wir konnten losfahren. Die Maedels hatten sich entsprechend auf die Exkursion eingestellt und ausnahmsweise mal keine hochhakigen Schuhe an, sondern duenne Turnschuhe oder Ballerinas, gern auch in weiss. Unterwegs haben wir noch einen erfahrenen deutschen Ornithologen und GTZ-Mitarbeiter eingesammelt. Der GTZ-Bus brachte die illustre Runde dann bis kurz vor den Berg Besh Barmag ans Ufer des Kaspischen Meeres und wir machten uns mit Spektiv und Fernglaesern bewaffnet auf den Weg die vorgelagerten Lagunen vogeltechnisch zu erkunden. Es gab auch einiges Interessante zu sehen: Alpen-, Temminck- und Sichelstrandlaeufer, Steinwaelzer, Kormorane, Seiden- und Graureihertrupps, Zwerg- Steppen und Lachmoewen und dazwischen eine Trauerseeschwalbe im Schlichtkleid. Hinter den Wasserflaechen ueberm Schilf drehten Rohrweihen ihre Runden und direkt hinter uns in den Seggen schaukelten Schwarzkehlchen auf den abgestorbenen Struenken. Die in weiter Ferne ausgemachten Flamingos stellten sich beim Naeherkommen leider als Eisenflamingos heraus. Ich habe mit vielem in Aserbaidschan gerechnet, aber nicht, dass sich Aserbaidschaner irgendwelche Eisentiere in die Lagune vors Haus stellen, wie der Deutsche den Kranich in den Vorgarten. Nunja, der GTZ-Ornithologe hoffte eigentlich auf einen Zug Steppenadler, aber man kann sein Glueck halt nicht erzwingen und so gingen wir mehr oder weniger langsam zum Bus zurueck, wo Puten-Sandwiches auf uns warteten. Als wir auf die Ironie aufmerksam machten nun gleich Voegel zu essen, meinte Dr. Elchin, dass Huehner keine Veogel seien, da hat er nun auch wieder recht und manche hatte wohl so einen grossen Hunger, dass sie foermlich zum Bus gerannt sind. Der Busfahrer hat nach dem Essen mit aller Selbstverstaendlichkeit seine PET-Flasche und die Verpackung des Sandwiches nach draussen in die Botanik geworfen. Darueber waren wir Deutsche natuerlich einigermassen entsetzt und fragten uns, ob es ihm die anderen wohl gleichtun werden. Aber wir waren erleichtert, dass alsbald eine grosse Tuete fuer den Muell rumging und auch die achtlos nach draussen geworfene PET-Flasche ihren Weg in die Tuete fand, auch wenn der Unterschied in der Landschaft nicht aufgefallen waere. Auf dem Rueckweg sah unser GTZ-Ornithologe noch einige Waldwasserlaeufer neben dem Weg und nach diesem kurzen Stopp fuhren wir in Richtung Baku zurueck. Obwohl es erst um zwei war und wir eigentlich gern noch weiter Voegel beobachtet haetten, aber die Mehrheit war wohl fuer den Antritt der Heimreise.</p>
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		<title>One Day in Baku</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 08:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ninett Hirsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alles begann mit einer ziemlich chaotischen Taxifahrt vom Flughafen zur unserer WG hier in Baku. Natuerlich kennen die aserbaidschanischen Taxifahrer keine Strassennamen, ich hatte auch nichts anderes erwartet, aber der aufdringlichste von ihnen wusste angeblich wohin und koenne uns fuer 20 Manat (ca.20 Euro) dorthin bringen, kein Problem. Mit meiner ausgedruckten Google-Map konnte er nichts anfangen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Alles begann mit einer ziemlich chaotischen Taxifahrt vom Flughafen zur unserer WG hier in Baku. Natuerlich kennen die aserbaidschanischen Taxifahrer keine Strassennamen, ich hatte auch nichts anderes erwartet, aber der aufdringlichste von ihnen wusste angeblich wohin und koenne uns fuer 20 Manat (ca.20 Euro) dorthin bringen, kein Problem. Mit meiner ausgedruckten Google-Map konnte er nichts anfangen, wahrscheinlich hat er zum ersten Mal in seinem Leben eine Stadtkarte gesehen. Nach dem Verlassen des Flughafens hat er dann jemanden angerufen, um nach dem Weg zu fragen und dann direkt den Preis auf 25 Manat erhoeht, weil es schliesslich ziemlich weit waere. Nach einigem Rumirren in der Stadt und dem Fragen vieler Passanten hat er tatsaechlich die Strasse gefunden und ist mitten auf der Kreuzung stehen geblieben. <span id="more-236"></span>Weil wir kein Kleingeld hatten und gerade unsere ersten Manatscheine am Flughafen vom Bankomaten geholt hatten, konnte er natuerlich nicht wechseln, da erhoehte sich spontan der Fahrpreis. Birgit hat noch hartnaeckig mit dem Fahrer verhandeln wollen, aber ich wollte bei diesem Chaos und Hupkonzert um uns herum nur noch weg und als sich dann noch ein Polizist dazu gesellte, war mir die Fahrpreiserhoehung voellig schnuppe.</p>
<p style="text-align: justify;">Am naechsten Tag haben Birgit und ich versucht das Buero der <a href="http://www.aos.az/eng/index.php" target="_blank">AOS</a> zu finden, fuenf Stunden lang, ohne Erfolg. Es ging los, dass wir die Metrostation Nizami nicht gefunden haben, von der wir unsere Fahrt zum Buero starten wollten und einen Einheimischen nach dem Weg gefragt haben. Er hiess Eldar und meinte, dass er ein Stueck mitkommen kann, um uns den Weg zu zeigen. Nach langem Laufen durch eine Einkaufsstrasse kamen uns langsam Zweifel, ob das denn der richtige Weg waere, aber gut. Irgendwann kamen wir an der Station 28.Mai an und fuhren Richtung Nizami, alles klar, dann haben wir ihm aber verstaendlich machen koennen, dass wir eigentlich nach Genschlik wollten und Nizami nur unser Start war. Lange Rede kein Sinn, wir haben nach einigem Suchen und dem Involvieren einiger aserbaidschanischen Geschaeftsleute die Adresse gefunden, aber nicht das Buero. So langsam wollten wir auch Eldar loswerden, was aber schwierig war, ohne unhoeflich zu werden. Wir bedankten uns und hofften, dass er nicht allzu beleidigt war, dass wir ab nun allein suchen wollten. Und jetzt suchten wir ersteinmal das naechste Internetcafe, um die Adresse der Homepage von AOS auszuprobieren, mit einer Google-Map zogen wir erneut los. Wir fanden auch tatsaechlich die Strasse, aber da gab es keine Nummer 83, so dass wir kapitulierten und nach Hause wollten. Wenigstens konnten wir noch Geld wechseln und eine Telefonkarte kaufen, damit war der Tag nicht voellig vertan. Was uebrigens ebenfalls alles andere als leicht ist, weil man dafuer eine &#8220;Registrierung&#8221; in Baku braucht. Aber zum Glueck hatten uns andere Leute einen bestimmten Telefonladen genannt, bei welchem unser Passport zum Kaufen einer Telefonkarte &#8220;ausreichend&#8221; ist. Als uns unsere WG-Mitglieder am Abend gefragt haben, wie denn unser erster Tag lief und wir unsere Geschichte von der Suche nach dem AOS-Buero erzaehlt haben, meinten sie &#8220;sehr aserbaidschanisch&#8221;. Das nehme ich mal als Kompliment an. <img src='http://blog.ff-vita.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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