Freunde, es sind 20°C draussen und die Sonne lacht, da kommt man schon richtig ins Schwitzen, zumindest beim Stützen in die Erde rammen und Krötenzaun einbuddeln. Aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht heute, endlich kann man die dicke Jacke ausziehen und mal wieder richtig körperlich draussen arbeiten. Denn bei Bodentemperaturen über 4°C werden auch die Amphibien aktiv und suchen liebeshungrig nach einem Partner. Frösche, Kröten und Molche verlassen jetzt zu Tausenden ihre Winterquartiere und wandern paarungswillig zu ihrem Laichtümpel.


Dabei sind sie todesmutig genug, um auch Straßen zu überqueren, die ihre traditionellen Wanderwege durchkreuzen, einige kommen durch, aber viele bleiben auf der Strecke. Wie zum Beispiel die Frösche an der Wildparkstraße in Eberswalde. Ihre Tümpel liegen zwar gerade einmal 200 m auseinander, aber dennoch haben die kleinen Racker einen gefährlichen Weg vor sich. Beim Neubau der Straße wurden zwar Tunnel eingebaut, aber leider mit unzweckmäßigem “Leitsystem”. Hier muss also doch mit einem Krötenzaun nachgeholfen werden, aber zumindest müssen die Eimer nicht mehr täglich geleert werden.


Zur Belohnung gab es nach getaner Arbeit ein Froschkonzert mit vielen verpaarten und unverpaarten, aus dem Wasser lugenden Moorfröschen zu bewundern.
Heute war mir danach einen alten Bekannten aus dem Studium wieder zu sehen, das Walpurgisbruch. Dieses stille Kleingewässer am Flugplatz Finow verspricht auch an einem sonnigen Samstagabend Ruhe und Einsamkeit. Bei einem Zigarettchen und einem Bierchen kann man dem Wind und dem Flöten des Pirols lauschen und die Seele baumeln lassen. Im letzten Jahrhundert war an der Stelle des heutigen Gewässers noch eine “nasse Wiese”, wovon sich der slawische Name Lug ableitet. Nachdem das “Walpurgislug” als Torfstich ausgediehnt hatte, wurde es als Karpfenteich genutzt, dieser wurde jedoch 1937 mit der Zwangsräumung einer nahe gelegenen Siedlung durch die Deutsche Luftwaffe aufgegeben. Nach 1945 wurde der Flugplatz von der Roten Armee übernommen und das Gewässer konnte sich am Rande des Sperrgebietes ungestört zu einem wertvollen Habitat für Libellen und Amphibien entwickeln. Aber auch auf dem Gelände des Flugplatzes sind einige interessante Kleingewässer durch den Aushub für die Tarnung der Shelter entstanden. Wie auf so vielen ehemaligen Truppenübungsplätzen hat sich auch hier eine bemerkenswerte Vielfalt an seltenen und bedrohten Arten eingestellt. Wer mehr wissen möchte über “Faunistische Besonderheiten am südlichen Randbereich des Flugplatzes Finow und am Walpurgisbruch” (Reichling 2006) kann sich darüber im Heft 3/2006 der Natur und Landschaftspflege in Brandenburg informieren.

Das Walpurgisbruch
Seit gestern ist ein neues Buch über die heimischen Amphibien in unseren Bürobestand übergegangen. Zweifelsohne gibt es zahlreiche Bücher, die sich mit der heimischen Amphibienwelt beschäftigen, doch macht dieses einen ausgesprochen guten, umfassenden und dabei gleichzeitig nicht zu detaillierten Eindruck. Der Autor Dieter Glandt hat es im Aula-Verlag 2008 verfasst. weiterlesen… »