FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Kategorie: Vogelwelt

Hajigabul und Sari Su

Wie wenig Vögel von den ästhetischen Ansprüchen des allgemeinen Naturliebhabers halten, der seine Beobachtungen am liebsten in der unberührten Natur erleben möchte, konnten wir gestern wieder am eigenen Leib erfahren. Nachdem wir schon einige interessante Vögel auf der landschaftlich wenig ansprechenden Halbinsel Artyom gesehen haben, sind wir gestern mit dem Jeep zum Hajigabul-See gefahren, der inmitten menschlicher Siedlungen liegt, aber immerhin ein Important Bird Area (IBA) ist.

Lake Hajigabul

Direkt an der Autobahn stehend, hat man einen guten Blick auf den See und es ist ja auch sehr praktisch, wenn man nur die Kofferraumklappe öffnen muss und das Spektiv am Straßenrand aufbauen kann.  Und wir wissen ja mittlerweile wie unaserbaidschanisch laufen ist! weiterlesen… »

Vogelzählung auf Aserbaidschanisch

Nachdem wir fast alle IBA`s digitalisiert haben und auch langsam die Saison beginnt, die Zugvögel am Kaspischen Meer zu zählen, war heute unser erster “richtiger” Birdwatchingday. Wie uns Dr. Elchin Sultanov von AOS empfohlen hat, sind wir zur Artyom-Halbinsel gefahren, um dort in den Buchten nach Zugvögel Ausschau zu halten.  Die Insel Artyom ist laut dem Trescher-Reiseführer ein: “trostloses Stück Land,… umringt von uninspirierten Wohnblöcken… Ölfeldern und Flüchtlingssiedlungen…” Tja, besser kann man diesen gottverlassenen Ort auch nicht beschreiben und Vögel gucken, stellt man sich ja irgendwie anders vor, in unberührter Natur oder sowas in der Art zumindest. Aber da wir uns schon seelisch und moralisch gut auf eine ölfverschmierte Industrielandschaft vorbereitet haben, wurden wir relativ positiv überrascht. weiterlesen… »

Absheron Nationalpark

Gestern haben Birgit und ich unsere  aserbaidschanische Nationalparktour fortgeführt und waren an der Nehrungsküste Absheron, östlich von Baku. Dieser Nationalpark wurde 2005 gegründet und ist der kleinste in Aserbaidschan – klein, aber fein. Obwohl ich schon darum gebeten worden bin, doch mal wieder was positives über Aserbaidschan zu schreiben, muss ich mich nach diesem Sonntagsausflug nicht mal der Beeinflussung bezichtigen lassen. Ich kann tatsächlich mit Fug und Recht behaupten, dass diese ehemalige Sperrzone im Südost-Zipfel der Absheron-Halbinsel ein schöner Flecken Erde ist.

Absheron Nationalpark Heuschrecke

Aber ersteinmal, wie kommt man dahin? Wir fuhren mit der U-Bahn zur Metrostation Azis Beyov, um von dort einen Bus nach Zirya zu nehmen, ein kleiner Ort, ca. 40 km von Baku entfernt, um dann mit dem Taxi weitere 8 km durch karges Land zu überwinden.  Der Taxifahrer wusste natürlich weder, was ein “Milli Parki” ist, noch wo das sein könnte, zum Glück gibt es kaum Möglichkeiten sich zu verfahren. Anscheinend hegen nicht so viele den Wunsch, von Zirya zum Nationalpark gebracht zu werden, wir waren auch die einzigen Gäste an diesem herrlichen Sonntag. Hat man jedenfalls am Eingangstor (natürlich wieder im sozialistischen Stil errichtet) sein Bilet bezahlt, kann man endlich einen traumhaften Strand betreten und sich ein wahrlich erfrischendes Bad im Kaspischen Meer gönnen. weiterlesen… »

Schluss mit putzig! Kormoran ist Vogel des Jahres 2010

Der Kormoran ist zum Vogel des Jahres 2010 gekürt worden – das ist doch mal spannend! Da kommt doch mal so richtig Bewegung in die Sache.  Schluss mit hübsch, putzig oder elegant! Ich mein, so einen Eisvogel findet noch jeder schön, am liebsten in einer netten Licher-Werbung mit klarem Wasser und so schön grünen Wäldern drumherum. Ja damit können wir uns identifizieren, vor allem wir Biertrinker. Wo genau liegt eigentlich dieses Licher-Land? weiterlesen… »

Shirvan-Nationalpark

Der Trescher-Reiseführer Aserbaidschan weiss zu berichten, dass der Shirvan-Nationalpark 2003 als erster aserbaidschanischer Nationalpark gegründet und 2006 für Besucher eröffnet wurde. Er umfasst 65 000 ha Steppe, Halbwüste, einen unberührten Küstenstreifen, Lagunen, Binnengewässer mit beeindruckendem Schilfgürtel und lockt den Naturfan unter anderem mit Kropfgazellen, Wölfen, Schakalen, Flamingos, Pelikanen, Weisskopfruderenten und Rötelfalken. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so machten wir uns am Mittwoch morgen auf den Weg Richtung Älät und von dort weiter zum “Shirvan Milli Parki”. Der Fahrer und die beiden anderen Fahrgäste im Lada, dem “russischen Mercedes” haben zum ersten Mal in ihrem Leben den Eingang zum Nationalpark bewusst wahrgenommen, obwohl sie wahrscheinlich schon tausende Male vorbei gefahren sind. Der Eingang ist im sozialistischem Stil errichtet worden und soll wohl Respekt einflössen, nicht zuletzt durch die Herren im Anzug, die einem Einlass gewähren, indem sie die Kette wegnehmen.

Eingang Shirvan NationalparkKropfgazellen

Einer von ihnen spricht Englisch und brachte uns zum Gästehaus. Auf dem Weg dorthin warnte er uns eindringlich vor Wölfen, Schlangen und erwähnte, dass es Mäuse im Gästehaus gäbe, von denen wir aber nichts zu befürchten hätten. Ok, das Gästehaus stank bestialisch nach Mäusekot, aber es gab Betten, also abgesehen vom “Bad”, was nun wirklich das ekelhafteste war, was ich je gesehen habe, konnte man zumindest ohne Zelt übernachten. Wir warens zufrieden, stellten unsere Rucksäcke ab und machten mit dem Fernglas einen Erkundungsgang. Nachdem wir unsere ersten Rötelfalken beobachtet haben, ohne sie wirklich sicher von Turmfalken unterscheiden zu können, kam der Leiter des Nationalparkes Hartmut Müller. weiterlesen… »

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