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Landschaftsnutzung und Naturschutz

Kategorie: mein Astra

Die letzte Fahrt mit dem Opel Astra

Es ist immer schmerzhaft, wenn ein guter Freund gehen muss. Es war deshalb mehr als seltsam mit Florians güldenem Opel Astra eine Woche zum ASA-Vorbereitungsseminar in die Rhön zu fahren – seine letzte Fahrt vor der Abwrackung. Klar, er ist nicht mehr der Jüngste, Baujahr 1998 mit 211.000 km auf dem Buckel, aber er fährt noch, ja er fährt noch! Und darauf kommt es doch an! Ok, die Scheibenwischer führen ein Eigenleben, ein Gurtstraffer ist hin, die Kühlung funktioniert nur mit hinreichendem Fahrtwind, das Lenkrad fängt bei 110 km/h an zu flattern, aber das hört bei 130 km/h auch wieder auf und er schnurrt dahin wie ein Kätzchen. Ich habe dieses Auto, was einfach zu Florian gehört hat, wie Bier zum Feierabend, immer gemocht wegen seiner robusten praktischen Art. Ich habe mich immer bemüht, Sprit sparend und fair zu fahren. Aber bei seiner letzten Fahrt musste er doch ganz schön getreten werden, was mir in der Seele weh tat. Mit fünf Leuten und Gepäck, die Wasserkuppe hoch zufahren, einem schneidigen BMW hinterher, der keine Rücksicht auf alte Opels nimmt, das war ganz schön hart. Wenn man in den Dritten runterschalten muss, mit dem Gaspedal das Bodenblech durchdrückend und er immer noch hinterher ächzt wie eine alte Oma, dann ist das irgendwie entwürdigend. Aber wenn man oben angekommen ist und er golden in der Sonne auf dem Parkplatz steht, neben all den jungschen Karren und beim Öffnen der Kofferraumklappe seine wahre Größe zeigt, dann ist man doch wieder stolz einen Opel Astra zu fahren. Auf der Rückfahrt haben wir uns leider am Kreuz Erfurt vertan und wollten dann als Abkürzung  ein Stückchen Bundesstraße fahren, was sich aber als besserer Feldweg durch Kleckerdörfer mit Umleitung auf einer Strecke von 60 km herausgestellt hat. Naja da fühlt man sich verantwortlich für die verlorene Zeit der Mitfahrenden und so wurde der Astra erneut bei jeder sich bietenden Gelegenheit getreten – Oje. Für die knapp 500 km von der Wasserkuppe bei Fulda nach Potsdam haben wir sechs Stunden gebraucht, was bei der Strecke und den Widrigkeiten dann doch wieder ok ist. Naja, laut GoogleMaps braucht man vier Stunden, aber kommt es darauf an? Wir haben jedenfalls was von Thüringen gesehen und für den Opel war noch mal alles drin, Landstraße, Dörfer, Berge und Autobahn. Danke, alter Freund, auf das Du Deinen Weg ins Autonirvana gefunden hast.

Asche auf mein Haupt……ich wracke ab!

Was habe ich zu Beginn meiner Schreiberei gewettert gegen den blanken Hohn einer als “Umweltprämie” getarnten Massenabzocke ohne Sinn und Verstand einst bekannt als  “Abwrackprämie”. Nun ist es doch passiert, mein über Jahre treuer Begleiter, ein güldener Opel Astra, ein Quell der Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit, reist die Hufe hoch. Die letzten fünf Jahre waren einfach zu viel für ihn….er ist ein Stadtauto, vielleicht für eine kleine Familie geeignet, die er sicher und gemütlich durch kleinere und größere Ortschaften, über Land und an entfernte Reiseziele bringen kann, doch meiner Beanspruchung war er nicht gewachsen. Ich habe ihn benutzt wie eine alte rostige Schubkarre, die von Baustelle zu Baustelle gefahren wird, um sie wieder und wieder mit Dreck zu beladen, sie durch den Schlamm zu schieben, um dann schließ und endlich den Feierabend nur als kleine Verschnaufpause vor dem nächsten Arbeitseinsatz zu genießen. Jetzt ist es so weit….das Ende ist nah.

mein Astra

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