FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Kategorie: Bäume

Buchen sollst Du suchen…

Naturnahe Buchenwälder gehören zu den faszinierendsten und eindrucksvollsten Landschaften in Deutschland. Vor allem jetzt im Wonnemonat Mai haben sie eine besondere Ausstrahlung durch das frische Grün der austreibenden Blätter. Und wo der Wilddruck nicht zu groß ist, bilden sie mit ihrer immensen Naturverjüngung tatsächlich, die von Tacitus beschriebenen “undurchdringlichen Wälder Germaniens“.

Experten gehen davon aus, dass Deutschland von Natur aus zu ca. 60-70% mit Buchenwäldern bedeckt wäre. Real sind es ca. 5% und von diesem Restbestand werden 98% forstlich genutzt. Rotbuchen (Fagus sylvatica) können 300 und zum Teil sogar bis zu 500 Jahre  alt werden. Das Erreichen ihrer Endhöhe bzw. Hiebsreife liegt jedoch bei 140-160 Jahren, weshalb es Bestände mit über 160-jährigen Buchen nur noch auf 0,16% der Fläche Deutschlands gibt. Der älteste Buchenbestand Deutschlands sind die sogenannten Heiligen Hallen, mit über 350 Jahre alten Buchen auf 25 ha.

Dass Buchenwälder besonders artenarm sind,  ist jedoch ein verbreiteter Aberglaube und trifft lediglich auf die Anzahl der Baumarten zu. Tatsächlich ist die Rotbuche im Allgemeinen, also abgesehen von Extremstandorten (sehr nass, trocken oder besonders flachgründig) gegenüber anderen Baumarten dominant und kann mit ihrem dichten Kronenschluss Reinbestände bilden. Vor allem in der sogenannten Optimalphase, mit Erreichen der Endhöhe fehlen verschiedene Schichten und der Wald erhält das Aussehen eines aufgeräumten Wirtschaftswaldes. Von Natur aus würden jedoch verschiedene Waldentwicklungsphasen von Vorwald- bis hin zu einem Zerfallsstadium, nebst anderen Kleinbiotopen wie Quellen, Bächen, Waldsümpfe, Kesselmoore usw. mosaikartig nebeneinander vorkommen.

Buchenwald ist sogar besonders artenreich! Vor allem ist er reich an Pilzen, Bodenfauna, speziell Insekten und damit auch unter anderem an Vögel. Nach Untersuchungen wird die Zahl der Tierarten im Buchenwald auf rund 6000 geschätzt. Dabei spielt besonders Tot- und Altholz eine wichtige Rolle als unerschöpfliche Quelle neuen Lebens. Zahlreiche Totholzkäfer (z.B. Hirschkäfer), Hautflügler (Bienen, Wespen), Schnecken, höhlenbewohnende Vögel wie Spechte, Hohltaube, Waldkauz oder auch Säugetiere wie Fledermäuse, Eichhörnchen und Siebenschläfer finden in den Tot- und Altholzstrukturen der Buche einen Lebensraum. Und auch der phänologische Wandel ist im Jahresverlauf viel ausgeprägter als in anderen Waldsystemen. Wenn im Frühjahr die Buchenwälder noch lichtdurchflutet sind, gibt es eine Fülle an Frühjahrsblühern und Gräsern und im Sommer ist der Boden durch den dichten Bewuchs junger Buchen oder dem Kronenschluss ausgedunkelt. Durch den ausgeprägten Wechsel des Licht- und Mikroklimas im Jahresverlauf können elf phänologische Phasen unterschieden werden.

Natur und Landschaft, 82. Jg., Heft 9/10 (2007)

FLL-zertifizierter Baumkontrolleur

Seit vergangenem Donnerstag kann ich mich, dank bestandener Prüfung, als FLL-zertifizierten Baumkontrolleur bezeichnen. Ziel war es meine bisherigen praktischen Erfahrungen in der Baumkontrolle auf eine solide, theoretische Basis zu stellen, um das Leistungsspektrum von FFvita dauerhaft um diesen Arbeitsbereich erweitern zu können.

Neben der Baumbiologie standen insbesondere die Themengebiete Schadenskunde an Bäumen, Baumpilze , Baumpflege,  Baumschutz auf Baustellen,  ZTV Baumpflege und die Richtlinie zur Durchführung von Baumkontrollen der FLL auf dem Stundenplan. Begleitet wurde der theoretische Unterricht von praktischen Unterweisungen an Straßenbäumen, die von dem Seminarleiter selbst durchgeführt wurden.

Die Schulungsinstitution ImStrom aus Höxter soll an dieser Stelle zunächst einmal sehr lobend erwähnt werden.  In der Konrad-Zuse-Straße 3 in Höxter trifft eine geballte Ladung gelebtes Praxiswissen auf sympathische Seminarleiter und eine angenehme Lernatmosphäre. Das Kursangebot umfasst einige interessante Seminare rund um die Themenkomplexe Gewässerökologie, Baumkontrolle, Katasterarbeit und einiges mehr.  Dementsprechend wird mein erstes Seminar bei Imstrom sicher nicht mein letztes gewesen sein.

Mehr zu der Woche bei ImStrom in Höxter schreibe ich in den kommenden Tagen….jetzt wird erstmal weiter an der Firmenhomepage gebastelt.

Mit Fortbildung das Leistungsspektrum erweitern

Nun bin ich seit über einem Jahr regelmäßig in der Baumkontrolle tätig und konnte wertvolle Erfahrungen in diesem verantwortungsvollen Arbeitsbereich sammeln. Neben der Mitarbeit bei der kommunalen Baumkontrolle  (in Zusammenarbeit mit einem Baumsachverständigenbüro) seit 2008, konnte ich auch für eine Wohnungsbaugesellschaft tätig werden und ein Baumkataster erstellen, bzw. die Verkehrssicherheit der Bäume  bewerten. Durch die praktische Berufserfahrung in dem Bereich erfülle ich nun eine der Voraussetzungen für die FLL-Zertifizierung zum Baumkontrolleur (Zertifizierung der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.). Da ich die weiteren Voraussetzungen zur Zulassung ebenfalls erfüllt sehe, habe ich mich zu einem entsprechenden Seminar mit anschließender Prüfung Ende April in Höxter angemeldet.

Das Seminar und die Prüfung wird durchgeführt von der Arbeitsgruppe ImStrom und umfasst drei Tage Lehre und einen Tag für die Zertifizierung. Die Lehrgangsinhalte drehen sich dabei vornehmlich um folgende Schwerpunkte:

  • Baumbiologie / Holzanatomie
  • Schadenskunde / Reperaturwachstum der Bäume / VTA
  • Schadpilze / Abwehrverhalten der Bäume
  • rechtliche Grundlagen der Baumkontrolle
  • Arbeitssicherheit bei der Baumkontrolle
  • Baumpflegemaßnahmen
  • Baumschutz bei Baustellen
  • Abnahme von Baumpflegemaßnahmen

Es wird somit eine ganze Menge an Fachwissen vermittelt und ich hoffe die Kontrolle der Straßenbäume in diesem Jahr zusammen mit der erfolgreichen Zertifizierung abschließen zu können. Spätestens Ende April werde ich dann wohl entweder mit eingezogenem Schwanz verkünden, dass ich die Prüfung in einem halben Jahr wiederholen muss oder aber erfolgreich das Leistungsspektrum und die Referenzen von FFvita erweitert habe. Hauptsache das Wetter passt, da ich die Chance gleich nutzen möchte die Campingsaison zu eröffnen.

Baumkontrolle unter Berücksichtigung der Baumart

Ein Buch zur Arbeit sollte es werden, dass ich mir vor einigen Tagen bei einem großen Internetbuchhandel bestellt habe. Jetzt, nachdem ich einige Tage den Bildatlas der “typischen Schadsymptome und Auffälligkeiten” von DUJESIEFKEN et al. (2005) während meiner Baumkartierung in der Tasche hatte, kann ich sagen, dass dieses Buch genau meine Ansprüche erfüllt. Zum einen hat es das richtige Format, um tatsächlich immer “am Mann” zu sein und zum anderen bietet es durch das Inhaltsverzeichnis auf der Coverrückseite und die Beschränkung auf die gängigsten Baumarten einen schnellen Zugriff auf eventuell festgestellte Schadbilder an Straßenbäumen.

Von Ahorn bis Weißdorn beschreibt es 15 Baumarten (unter anderem Birke, Eiche, Pappel, Robinie und Weide) mit ihren typischen Schadsymptomen und Auffälligkeiten getrennt nach “Blättern und Trieben”, “Ästen und Stamm” und Stammfuß und Wurzeln. Zusätzlich gibt es zu jeder Art einen kurzen Exkurs zur Verwendung und Baumbiologie, der zwar dem Kenner wenig Neues vermittelt, jedoch trotzdem durch wertvolle Hinweise auf Standort und Ansprüche des Baumes wertvolle Informationen liefert.

Abgerundet wird das Werk durch zahlreiche Detailbilder, die einen direkten Abgleich mit aktuellen Symptomen der begutachteten Straßenbäume ermöglichen. Es werden sowohl diverse Baumpilze und Schädigungen durch Insekten, als auch viele weiter Schadursachen erläutert. Insgesamt ein durchaus gelungenes Werk, dass mir die Arbeit erleichtert.

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