FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Kategorie: Allgemeines

Wenn die Mädchen rote Schuhe tragen….

…dann hat der Lanu wenig Zeit. Dann ist der Sommer da und der Lanu kommt kaum klar….düpdidüpdidüü… Aber genug vom Funny und Schluss mit lustig.

In diesem Jahr ist die Arbeitssaison für uns beide sehr gut angelaufen. Wir sind mehr als ausgelastet und verdienen unser Geld maßgeblich damit, in einigen der schönsten Gegenden Ostdeutschlands (und damit höchstwahrscheinlich auch dem Rest der Republik) verschiedenste Erfassungen zu machen, uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen und noch ganz nebenbei weitere Arbeitsfelder für uns zu erschließen. Natürlich ist es einerseits belastend einen riesigen Berg Arbeit vor sich aufgetürmt zu sehen und Tag für Tag sich neuerlich auf den Weg zu machen eine Etappe nach der Nächsten hinter sich zu bringen. Auf der anderen Seite haben wir (und ich bin mir sicher da für uns beide zu sprechen) aber das unverschämte Glück genau das zu machen, was uns Spaß macht. Manch einer geht seiner sonstwie gearteten Tätigkeit nach und freut sich das ganze Jahr schon auf die zwei Wochen Jahresurlaub, die er dann bei einer Treckingtour in den Alpen, beim Wandern im Harz oder beim Erholungsurlaub an der Ostsee verbringt. Wir haben das jeden Tag. Sicher, im Urlaub würde man sich wohl kaum mit einem Rucksack voll Bücher, Karten, Luftbildern, technischer Ausstattung etc. zu unmenschlich frühen Zeiten aus den Laken schälen, um sich dann tagsüber von der Sonne brutzeln, von Mücken fressen und von den Brennnesseln sich die Beine nesseln zu lassen, aber der Raum und der Genuss an der umgebenden Natur bleibt der gleiche. Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht….hört sich platt an, ist aber so.

Während ich hier sitze und schreibe hat mich gerade mein Telefon an die Arbeit der nächsten Woche erinnert. Grund genug mal einen kleinen Einblick in unsere momentanen Aufgabenbereiche zu geben: weiterlesen… »

Buchen sollst Du suchen…

Naturnahe Buchenwälder gehören zu den faszinierendsten und eindrucksvollsten Landschaften in Deutschland. Vor allem jetzt im Wonnemonat Mai haben sie eine besondere Ausstrahlung durch das frische Grün der austreibenden Blätter. Und wo der Wilddruck nicht zu groß ist, bilden sie mit ihrer immensen Naturverjüngung tatsächlich, die von Tacitus beschriebenen “undurchdringlichen Wälder Germaniens“.

Experten gehen davon aus, dass Deutschland von Natur aus zu ca. 60-70% mit Buchenwäldern bedeckt wäre. Real sind es ca. 5% und von diesem Restbestand werden 98% forstlich genutzt. Rotbuchen (Fagus sylvatica) können 300 und zum Teil sogar bis zu 500 Jahre  alt werden. Das Erreichen ihrer Endhöhe bzw. Hiebsreife liegt jedoch bei 140-160 Jahren, weshalb es Bestände mit über 160-jährigen Buchen nur noch auf 0,16% der Fläche Deutschlands gibt. Der älteste Buchenbestand Deutschlands sind die sogenannten Heiligen Hallen, mit über 350 Jahre alten Buchen auf 25 ha.

Dass Buchenwälder besonders artenarm sind,  ist jedoch ein verbreiteter Aberglaube und trifft lediglich auf die Anzahl der Baumarten zu. Tatsächlich ist die Rotbuche im Allgemeinen, also abgesehen von Extremstandorten (sehr nass, trocken oder besonders flachgründig) gegenüber anderen Baumarten dominant und kann mit ihrem dichten Kronenschluss Reinbestände bilden. Vor allem in der sogenannten Optimalphase, mit Erreichen der Endhöhe fehlen verschiedene Schichten und der Wald erhält das Aussehen eines aufgeräumten Wirtschaftswaldes. Von Natur aus würden jedoch verschiedene Waldentwicklungsphasen von Vorwald- bis hin zu einem Zerfallsstadium, nebst anderen Kleinbiotopen wie Quellen, Bächen, Waldsümpfe, Kesselmoore usw. mosaikartig nebeneinander vorkommen.

Buchenwald ist sogar besonders artenreich! Vor allem ist er reich an Pilzen, Bodenfauna, speziell Insekten und damit auch unter anderem an Vögel. Nach Untersuchungen wird die Zahl der Tierarten im Buchenwald auf rund 6000 geschätzt. Dabei spielt besonders Tot- und Altholz eine wichtige Rolle als unerschöpfliche Quelle neuen Lebens. Zahlreiche Totholzkäfer (z.B. Hirschkäfer), Hautflügler (Bienen, Wespen), Schnecken, höhlenbewohnende Vögel wie Spechte, Hohltaube, Waldkauz oder auch Säugetiere wie Fledermäuse, Eichhörnchen und Siebenschläfer finden in den Tot- und Altholzstrukturen der Buche einen Lebensraum. Und auch der phänologische Wandel ist im Jahresverlauf viel ausgeprägter als in anderen Waldsystemen. Wenn im Frühjahr die Buchenwälder noch lichtdurchflutet sind, gibt es eine Fülle an Frühjahrsblühern und Gräsern und im Sommer ist der Boden durch den dichten Bewuchs junger Buchen oder dem Kronenschluss ausgedunkelt. Durch den ausgeprägten Wechsel des Licht- und Mikroklimas im Jahresverlauf können elf phänologische Phasen unterschieden werden.

Natur und Landschaft, 82. Jg., Heft 9/10 (2007)

Endlich Frühling!

Ja, dieser Winter war lang und hart, aber umso mehr kann man sich jetzt über die Sonne freuen. Und wer mal einen Spaziergang durch Wald und Flur unternimmt, wird vieles entdecken können, zum Beispiel, die vielen Frühjahrsblüher. Das Buschwindröschen zaubert gleich ganze Blütenteppiche auf den Waldboden, solange noch kein Laub an den Bäumen ist und die Sonne ungehindert zu ihr durchdringen kann.

Huflattich blüht schon sehr zeitig im Jahr, ab Februar, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Schnee weglecken und kommt häufig an lichten Waldstellen, Wegen oder Ufern vor. Den jetzt schon rumfliegenden Hummeln und Bienen bietet der Huflattich eine erste Nahrungsquelle. Ein saftiges Gelb steuern auch die Sumpfdotterblumen an Uferrändern, Gräben und in Auwäldern bei.

Das Leberblümchen blüht zart blau und verdankt seinen Namen den dreilappigen Blättern, die an die Form einer Leber erinnern. Es gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist in Laub-, oder Auwäldern mit kalkhaltigem Boden zu finden. Die Blüten wachsen während der achttägigen Blütezeit auf das Doppelte ihrer ursprünglichen Länge an, sie werden von pollenfressenden Käfern gefressen und die Samen von Ameisen verschleppt.

Wie viele andere Frühblüher besitzt das wunderschön blau bis rotviolett blühende Lungenkraut einen stärkehaltigen Wurzelstock, der im zeitigen Frühjahr dem jungen Trieb die notwendigen Nährstoffe zuführt. Das besondere am Lungenkraut aber ist die Blüte, die ihre Farbe mit dem Säuregrad des Zellsaftes ändert. In jungen Blüten ist der Zellsaft sauer und der Farbstoff eher rot. In älteren Blüten ist der Zellsaft neutral bis alkalisch und der Farbstoff blau.  Auch das Lungenkraut verdankt seinen Namen den (weiß gesprenkelten) Blättern, die entfernt an die Oberfläche der Lunge erinnern. Wie beim Leberblümchen glaubte man früher an die Heilkraft für das jeweilige Organ. Tatsächlich enthält das Lungenkraut Saponin und Kieselsäure und soll damit lindernd bei Reizungen der Luftwege sowie bei Reizhusten wirken. Na wie auch immer, für mich wirken alle Frühjahrsblüher lindernd bei Wintermuffeligkeit und Trägheit. Also raus, wenn die Sonne scheint und die Wirkung der bunten Farbtupfer am eigenen Leibe ausprobieren!

Mit Fortbildung das Leistungsspektrum erweitern

Nun bin ich seit über einem Jahr regelmäßig in der Baumkontrolle tätig und konnte wertvolle Erfahrungen in diesem verantwortungsvollen Arbeitsbereich sammeln. Neben der Mitarbeit bei der kommunalen Baumkontrolle  (in Zusammenarbeit mit einem Baumsachverständigenbüro) seit 2008, konnte ich auch für eine Wohnungsbaugesellschaft tätig werden und ein Baumkataster erstellen, bzw. die Verkehrssicherheit der Bäume  bewerten. Durch die praktische Berufserfahrung in dem Bereich erfülle ich nun eine der Voraussetzungen für die FLL-Zertifizierung zum Baumkontrolleur (Zertifizierung der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.). Da ich die weiteren Voraussetzungen zur Zulassung ebenfalls erfüllt sehe, habe ich mich zu einem entsprechenden Seminar mit anschließender Prüfung Ende April in Höxter angemeldet.

Das Seminar und die Prüfung wird durchgeführt von der Arbeitsgruppe ImStrom und umfasst drei Tage Lehre und einen Tag für die Zertifizierung. Die Lehrgangsinhalte drehen sich dabei vornehmlich um folgende Schwerpunkte:

  • Baumbiologie / Holzanatomie
  • Schadenskunde / Reperaturwachstum der Bäume / VTA
  • Schadpilze / Abwehrverhalten der Bäume
  • rechtliche Grundlagen der Baumkontrolle
  • Arbeitssicherheit bei der Baumkontrolle
  • Baumpflegemaßnahmen
  • Baumschutz bei Baustellen
  • Abnahme von Baumpflegemaßnahmen

Es wird somit eine ganze Menge an Fachwissen vermittelt und ich hoffe die Kontrolle der Straßenbäume in diesem Jahr zusammen mit der erfolgreichen Zertifizierung abschließen zu können. Spätestens Ende April werde ich dann wohl entweder mit eingezogenem Schwanz verkünden, dass ich die Prüfung in einem halben Jahr wiederholen muss oder aber erfolgreich das Leistungsspektrum und die Referenzen von FFvita erweitert habe. Hauptsache das Wetter passt, da ich die Chance gleich nutzen möchte die Campingsaison zu eröffnen.

Jetzt gehts los – auf Krötenwanderung

Freunde, es sind 20°C draussen und die Sonne lacht, da kommt man schon richtig ins Schwitzen, zumindest beim Stützen in die Erde rammen und Krötenzaun einbuddeln. Aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht heute, endlich kann man die dicke Jacke ausziehen und mal wieder richtig körperlich draussen arbeiten. Denn bei Bodentemperaturen über 4°C werden auch die Amphibien aktiv und suchen liebeshungrig nach einem Partner. Frösche, Kröten und Molche verlassen jetzt zu Tausenden ihre Winterquartiere und wandern paarungswillig zu ihrem Laichtümpel.

Dabei sind sie todesmutig genug, um auch Straßen zu überqueren, die ihre traditionellen Wanderwege durchkreuzen, einige kommen durch, aber viele bleiben auf der Strecke. Wie zum Beispiel die Frösche an der Wildparkstraße in Eberswalde. Ihre Tümpel liegen zwar  gerade einmal 200 m auseinander, aber dennoch haben die kleinen Racker einen gefährlichen Weg vor sich. Beim Neubau der Straße wurden zwar Tunnel eingebaut, aber leider mit unzweckmäßigem “Leitsystem”. Hier muss also doch mit einem Krötenzaun nachgeholfen werden, aber zumindest müssen die Eimer nicht mehr täglich geleert werden.

Zur Belohnung gab es nach getaner Arbeit ein Froschkonzert mit vielen verpaarten und unverpaarten, aus dem Wasser lugenden Moorfröschen zu bewundern.

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