Wenn die Mädchen rote Schuhe tragen….
…dann hat der Lanu wenig Zeit. Dann ist der Sommer da und der Lanu kommt kaum klar….düpdidüpdidüü… Aber genug vom Funny und Schluss mit lustig.
In diesem Jahr ist die Arbeitssaison für uns beide sehr gut angelaufen. Wir sind mehr als ausgelastet und verdienen unser Geld maßgeblich damit, in einigen der schönsten Gegenden Ostdeutschlands (und damit höchstwahrscheinlich auch dem Rest der Republik) verschiedenste Erfassungen zu machen, uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen und noch ganz nebenbei weitere Arbeitsfelder für uns zu erschließen. Natürlich ist es einerseits belastend einen riesigen Berg Arbeit vor sich aufgetürmt zu sehen und Tag für Tag sich neuerlich auf den Weg zu machen eine Etappe nach der Nächsten hinter sich zu bringen. Auf der anderen Seite haben wir (und ich bin mir sicher da für uns beide zu sprechen) aber das unverschämte Glück genau das zu machen, was uns Spaß macht. Manch einer geht seiner sonstwie gearteten Tätigkeit nach und freut sich das ganze Jahr schon auf die zwei Wochen Jahresurlaub, die er dann bei einer Treckingtour in den Alpen, beim Wandern im Harz oder beim Erholungsurlaub an der Ostsee verbringt. Wir haben das jeden Tag. Sicher, im Urlaub würde man sich wohl kaum mit einem Rucksack voll Bücher, Karten, Luftbildern, technischer Ausstattung etc. zu unmenschlich frühen Zeiten aus den Laken schälen, um sich dann tagsüber von der Sonne brutzeln, von Mücken fressen und von den Brennnesseln sich die Beine nesseln zu lassen, aber der Raum und der Genuss an der umgebenden Natur bleibt der gleiche. Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht….hört sich platt an, ist aber so.
Während ich hier sitze und schreibe hat mich gerade mein Telefon an die Arbeit der nächsten Woche erinnert. Grund genug mal einen kleinen Einblick in unsere momentanen Aufgabenbereiche zu geben:
In den ersten Monaten dieses Jahres war ich noch mit umfassenden Baumkontrollen in Potsdam beschäftigt, durch die Mithilfe von Ninett konnte ich die Arbeit aber zum Glück noch termingerecht zu Abschluss bringen. Seit März hat dann ja auch schon vermehrt der Schuh gedrückt, da ein groß angelegtes Vogelmonitoring im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin für das Naturschutzgroßprojekt Biodiversitäts-Exploratorien teilweise zeitgleich zur kommunalen Baumkontrolle durchgeführt werden musste. Auch das haben wir am vergangenen Fretag zum Abschluss gebracht. Weitere Fachgutachten, insbesondere im avifaunistischen Bereich, für verschiedene Auftraggeber haben ihr Übriges zur Belegung sämtlicher Wochenenden beigetragen.
Im April hat Ninett im Zuge einer Trassenertüchtigung zwischen Waren und Lalendorf (MV) eine Kartierung der im Trassenbereich vorkommenden Greifvogelhorste durchgeführt, für die wir in der kommenden Woche (da sind wir wieder bei der Erinnerung meines Telefons) die Nachkontrolle machen werden. Hoffentlich können wir den einen oder anderen Greifvogel in oder an seinem Horst beobachten. Wie sagte Ninett letzte Woche zu mir….es käme ihr vor wie eine Schatzsuche….Recht hat sie! Genau das ist es, eine Schatzsuche für Erwachsene oder besser noch geocaching mit (avi-) faunistischem Anspruch. Wir werden wohl den werten Herrn Urox (meinen untreuen, vierbeinigen Weggefährten) einpacken und dann für zwei Tage in der Knüste Meck.Poms verschwinden, Vögel gucken und im Zelt nächtigen. Toll, wa?!
Meiner Einer hat im Juni erneut eine halbe Arbeitsstelle an der HNE Eberswalde angenommen. Dort hatte ich ja bereits im vergangenen Jahr daran gearbeitet ein Konzept für eine naturschutzfachliche Dauerbeobachtung im Nationalpark Unteres Odertal zu erstellen. Damit geht es nun weiter und ich bin gerade dabei einen Workshop mit Vertretern aus dem Landesumweltamt Brandenburg, der Nationalparkverwaltung, externen Experten und am Nationalparkplan beteiligten Planungsbüros zu organisieren. Dort soll dann eine Prioritätensetzung hinsichtlich des von mir zu erstellenden Monitoringkonzepts erfolgen. Das ganze ist zwar hauptsächlich sitzende Bürotätigkeit, aber ich kann mich eingehend mit dem einzigen deutschen Auennationalpark auseinandersetzen, was mich meine kommenden Besuche in der Region mit Sicherheit intensiver erleben lässt.
Ninett ist im Zuge eines Werkvertrags seit Mai diesen Jahres mit der Kartierung von einigen tausend Hektar FFH-Gebietsfläche im Norden des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin beschäftigt. Neben meiner halben Stelle habe ich zwar nicht so viel Zeit wie sie dafür, aber ich freue mich trotzdem drauf mich mit ihr in den Bereich FFH Kartierung / Biotopkartierung einarbeiten zu können. In der zweiten Junihälfte starten wir dann auch gemeinsam mit einer weiteren FFH-Kartierung. Diese dann allerdings nicht in Brandenburg, sondern in MV. Eine tolle Chance sich auch einmal mit den Biotopkartieranleitungen in anderen Bundesländern auseinanderzusetzen. Schwerpunkt dieser zweiten Kartierung werden Seen in einem Waldkomplex sein. Seen….im Sommer….da fällt einem zum Feierabend bestimmt was zu ein.
Na wie auch immer… Ihr seht, dass wir eine ganze Menge zu tun haben. Nichts Lästiges, nur schöne Sachen. Jeder einzelne Bereich, den man sich durch die verschiedensten Tätigkeiten in der freien Natur erarbeitet, erhöht zwangsweise und unnehmbar das Naturerlebnis in der Zukunft. Das Handwerkzeug die Landschaft zu sehen und zu verstehen haben wir durch das gemeinsame Studium an der HNE Eberswalde erworben. Es so vielfältig zu nutzen kommt durch die Leidenschaft, die wir diesem Arbeitsfeld entgegenbringen. So….ich mach dann mal weiter….