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Landschaftsnutzung und Naturschutz

Das große Blubbern

Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit in Aserbaidschan sind definitiv die Schlammvulkane bei Qobustan, die wir ja schon mal in Angriff genommen hatten, aber dann doch irgendwie in Sumgayit gelandet waren. Aber mit unserem Leihwagen sollte es nun kein Problem sein, zu dieser geologischen Besonderheit zu gelangen. Aber was sind überhaupt Schlammvulkane? Sie sind keine Vulkane im eigentlichen Sinne, sie speien vielmehr graue Blubber-Blasen, sind kühl und entstehen aus unterirdischen Gasvorkommen. Das Gas wird durch geologische Faltungsprozesse zusammengepresst und besteht zu mindestens 90 Prozent aus Methan. Es ist deshalb leicht entzündlich und so kann es auch mal vorkommen, dass die Schlammvulkane wie ihre Magma speienden Brüder, richtige Flammen in den Himmel schiessen lassen.

SchlammvulkanQobustan

Wir fuhren also nach Qobustan und gingen irgendwie davon aus, dass die Dinger leicht zu finden sind, wir hatten schliesslich eine Wegbeschreibung im Reiseführer und von einem Ortskundigen, da kann doch eigentlich nichts schief gehen – denkt man. Und obwohl es GPS-Koordinaten im Reiseführer gibt, haben wir das GPS-Gerät schlauer Weise in Baku gelassen, das wäre nun auch zu einfach und wenig aserbaidschanisch. Aber selbst damit hätten wir immer noch das Problem gehabt, einen befahrbaren Weg dorthin zu finden, denn das war das wirkliche Abenteuer.  Zum Glück hatten wir mit Birgits Freund einen guten Fahrer, der hier als Mann so richtig auf seine Kosten kam und ein SUV, das auch durch Schlamm schlittern kann. Obwohl wir mit dem Hyndai Tucson auch einige Male aufgesetzt sind, also mehr Bodenfreiheit wäre durchaus wünschenswert bei diesem Modell. Nachdem wir einige Wege ausprobiert hatten und verschiedene Leute, auch Taxifahrer nach dem Weg gefragt haben, haben wir letztlich einen der Taxifahrer eingepackt und uns von ihm zu den Schlammvulkanen lotsen lassen. Leider kannte er auch keinen richtigen Weg und so wurde die Geländegängigkeit des Hyundais auf eine harte Probe gestellt, so das selbst ein hartgesottener aserbaidschanischer Taxifahrer sichtlich Mitleid mit dem Auto hatte. Auf meine Frage, wo er denn mit seinem Lada langgefahren wäre, meinte er, einen anderen Weg über die Strasse in Richtung Älet – Aha! Irgendwann kamen wir aber dennoch bei einer Gruppe Schlammvulkanen auf einem Hügel an und irgendwie sind diese, vor sich hin sabbernden und blubbernden Schlammvulkane echt niedlich.

Hyundai TucsonSchlammvulkan bei Qobustan

Nachdem wir mindestens einmal in alle Blubberlöcher geguckt hatten und sich ein guter Meter Schlamm unter unseren Schuhen angesammelt hatte, sind wir zurück nach Qobustan gefahren, haben unseren Taxifahrer wieder an seinem Taxistand abgesetzt und sind weiter Richtung Shirvan-Nationalpark gefahren.  Wenn Birgits Freund schon in Aserbaidschan ist, muss er auch die Kropfgazellen sehen und das haben wir auch. Aber leider waren keine Flamingos, Pelikane oder anderen spektakulären Vögel am Aussichtspunkt im Shirvan, aber dafür lief uns gleich am Anfang ein Halsband-Frankolin-Pärchen vors Auto. Wir sahen auch noch eine Steppenweihe und einen Adlerbussard, was Birgits Freund nun aber weniger vom Hocker gerissen hat. Gut dafür hatte er ja auch ein Off-Road-Abenteuer, dafür lohnt sich eine Reise nach Aserbaidschan allemal.

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