FF-vita Blog

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Archiv: Mai 2009

Asche auf mein Haupt……ich wracke ab!

Was habe ich zu Beginn meiner Schreiberei gewettert gegen den blanken Hohn einer als “Umweltprämie” getarnten Massenabzocke ohne Sinn und Verstand einst bekannt als  “Abwrackprämie”. Nun ist es doch passiert, mein über Jahre treuer Begleiter, ein güldener Opel Astra, ein Quell der Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit, reist die Hufe hoch. Die letzten fünf Jahre waren einfach zu viel für ihn….er ist ein Stadtauto, vielleicht für eine kleine Familie geeignet, die er sicher und gemütlich durch kleinere und größere Ortschaften, über Land und an entfernte Reiseziele bringen kann, doch meiner Beanspruchung war er nicht gewachsen. Ich habe ihn benutzt wie eine alte rostige Schubkarre, die von Baustelle zu Baustelle gefahren wird, um sie wieder und wieder mit Dreck zu beladen, sie durch den Schlamm zu schieben, um dann schließ und endlich den Feierabend nur als kleine Verschnaufpause vor dem nächsten Arbeitseinsatz zu genießen. Jetzt ist es so weit….das Ende ist nah.

mein Astra

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Chorin ist mehr als ein Kloster

Wer noch richtigen “Urwald” erleben möchte, muss nach Chorin kommen und das Kloster mal Kloster sein lassen, also einfach links liegen lassen  oder östlich für die Geographen unter uns und sich in Richtung Golzow bewegen. Klar wird auch hier gewirtschaftet und wir haben es mit einem Nutzwald zu tun, aber wenn man mal die Polter am Wegesrand vergisst, könnte man eben doch glauben in einem Urwald zu sein. Was für Ökis “eine gute Naturverjüngung” ist, mutet für jeden Normalsterblichen mit etwas Phantasie als: “Boah was für ein Urwald” an. Man bekommt doch eine gewisse Vorstellung davon, wie sich die Römer gefühlt haben müssen und was sie meinten mit undurchdringlichem germanischen Wald. Buchenmischwald  vom Feinsten, kleine Hügelchen, die in dieser Region schon als Berge durchgehen, wie z.B. der Pferdeberg mit seinen immerhin 101,8 m üNN oder der Katzenberg mit schlappen 99,7 m üNN. Daneben kleine Moore mit Wollgras und mickrigen Birken und durchzogen wird das ganze vom Nettelgraben. Nun gut, das ist kein schönes Fließgewässer, sondern entwässert diese Region noch heute Richtung Parsteinsee, was nicht so toll ist.  Aber wer Zeit mitbringt sollte sich auch nach Brodowin begeben, sich dieses nette Ökodorf anschauen, das südlich gelegene 102-jährige Naturschutzgebiet Plagefenn nicht zu vergessen und auf dem “Königsweg” kann man in Richtung Chorin zurückgehen oder fahren. Hoffentlich gehen, Kopfsteinpflaster gut und schön, aber für Radler ist es eher eine Teststrecke als eine gemütliche Tour. Und was nützt das alles dem Orni? Wer schon frühzeitig draussen ist, wird ganz bestimmt Kraniche auf der einen oder anderen Lichtung stehen sehen. Gewiss wird man einen Schwarzspecht hören oder sehen, Hohltauben, Kolkraben, und natürlich die üblichen Verdächtigen wie Mäusebussard, Buchfink, Buntspecht, Kohl- und Blaumeisen, Ziplzalp, Amseln, Zaunkönig, Waldlaubsänger, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Garten- und Waldbaumläufer usw. usw. Ach, macht Euch doch ein eigenes Bild von der Schönheit Chorins und bei der Gelegenheit kann man sich ja auch mal die Klosterruine anschauen, die ist ja auch ganz hübsch. ;-)

Die Vogelwelt bei Trampe

Lohnenswert, in ornithologischer Hinsicht ist auch auf jeden Fall der unscheinbare Ort Trampe kurz hinter Eberswalde. Regional eher bekannt für seinen guten Bäcker bietet die parkähnliche Landschaft mit Wiesen, Feldgehölzen, Söllen und angrenzenden Wäldern allerlei Vogelarten eine Heimat. Bei meiner Ankunft kann ich gleich zwei Kraniche und einen Mäusebussard beobachten, na da hat sich das frühe Aufstehen doch wieder gelohnt. Neben Feld- und Heidelerchen, Grau- und Goldammern, Baumpiepern gibt es hier Braunkehlchen, Neuntöter, Pirol, Mönchs,-Sperber,-Zaun- und Klappergrasmücken. Auffällig sind aber vor allem die vielen Grauammern. Ui ein dicker Buchfink fliegt vorbei, ach nein, bei genauerem Hinschauen zeigt sich ein Kernbeißer in seiner ganzen Farbenpracht. In den Robinien huscht ein Grauschnäpperpärchen und Baumpieper lassen sich von Birken- oder Kiefernwipfel zu Singflügen herab. Nur die Mücken nerven und lassen sich auch nicht sonderlich vom Duft des Autans beeindrucken, so dass ich diese Gegend verlassen muss, bevor ich völlig blutleer bin.

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