Seit gestern ist ein neues Buch über die heimischen Amphibien in unseren Bürobestand übergegangen. Zweifelsohne gibt es zahlreiche Bücher, die sich mit der heimischen Amphibienwelt beschäftigen, doch macht dieses einen ausgesprochen guten, umfassenden und dabei gleichzeitig nicht zu detaillierten Eindruck. Der Autor Dieter Glandt hat es im Aula-Verlag 2008 verfasst. weiterlesen… »
An dieser Stelle möchte ich einen kurzen Hinweis auf das heutige Fernsehprogramm geben. Natürlich kann man an einem Samstag Abend häufig interessantere Dinge tun, als vor der Glotze zu hängen, doch scheint sich genau das heute Abend richtig zu lohnen. Voraussetzung ist natürlich ein reges Interesse an Abenteuergeschichten, Kenntnisgewinn über kulinarische und weitere Besonderheiten des Nordens, Diskussion über den Klimawandel und an den Neuerungen, die er für den Seehandel rund um den Nordpol mit sich bringt. weiterlesen… »
Gestern Morgen war hier einer der schönsten Tage des gesamten bisherigen Winters. Ich habe mir dann gleich meinen Hund geschnappt und bin mit ihm raus in die ehemaligen Rieselfelder bei Güterfelde gefahren. Durch den frischen Schnee vom Vortag und die eisigen Temperaturen in der Nacht, war die komplette Landschaft vollständig weiss von Schnee bedeckt. Es war wirklich traumhaft schön. Kaum zu glauben, dass sich hier in der Vergangenheit die Fäkalien und Abfälle Berlins ausgebracht worden sind. Bereits im vergangenen Jahr war ich öfter dort und habe die Gegend als Vogelbeobachter schätzen gelernt.
Dieses Mal hatte ich mein Fernglas, Zettel und Stift bei der Hand, um nebenbei alle Vogelarten aufzunehmen, die sich entlang meiner Route akustisch oder visuell bemerkbar gemacht haben. Selbstverständlich waren es zu der frühen Jahreszeit nicht sonderlich viele, doch auf 15 Arten bin ich an diesem schönen Tag immerhin schon gekommen. Dazu gehörten unter anderem Blau- und Kohlmeise, ein Trupp Stieglitze, drei Rotmilane, zwei Mäusebussarde, zwei Kolkraben und mehrere Nebelkrähen, Elstern, Amseln, Ringeltauben usw. .
Die Stieglitze, bestimmt ein Trupp von ungefähr 20 Individuen, konnte ich im bodennahen Raum zwischen den abgestorbenen Stauden des Vorjahres beobachten. Ihr farbenfrohes Gefieder wirkte durch die weiße Landschaft, den blauen Himmel und die Sonne fast schon unecht bunt, war aber daher umso schöner zu beobachten. Beeindruckend war auch die Begegnung mit den Kolkraben, den Rotmilanen und den Nebelkrähen. Während zwei Nebelkrähen damit beschäftigt waren die kreisenden Rotmilane zu stören, konnte ich einen Kolkraben in einer Pappel am Wegesrand beobachten. Alles in allem mal wieder nichts besonderes, aber es hat in jedem Fall Lust auf mehr gemacht.
Als ich gerade eben mit meinem Hund entlang der Bahnschienen parallel zur Stahnsdorfer spazieren gegangen bin, hat sich ein weiterer Frühlingsbote aus der Vogelwelt lautstark zu Wort gemeldet. Zum ersten mal in diesem Jahr habe ich bewusst den Kleiber im Wald wahrgenommen. Sein “Trillern” hat selbst die sonst im Augenblick so dominanten Kohlmeisen übertönt.
Der Kleiber ist zwar das ganze Jahr über bei uns beheimatet, doch kann sein Gesang lediglich im zeitigen Frühjahr so zahlreich vernommen werden. Bereits ab Ende März nimmt die Rufaktivität spürbar ab. Er ist der einzige heimische Vogel, der sowohl baumaufwärts, als auch kopfüber, baumabwärts laufend in Waldbeständen und Parks anzutreffen ist. Zur Brut benutzt er neben natürlichen Baumlöchern auch vom Specht angelegte Bruthöhlen, in die ab der ersten Aprilhälfte die Eier gelegt werden.
Zu beobachten ist der Vogel besonders gut, wenn man zum Beispiel bei einem schönen Sonntagsspaziergang durch einen der zahlreichen, innerstädtischen Parks in Potsdam einfach mal auf einer Bank ausruht und den Blick über die Baumstämme in der näheren Umgebung streifen lässt. Insbesondere in Parks kommen die Kleiber in hoher Dichte vor, so dass die Chancen auch tatsächlich einen zu entdecken ausgesprochen hoch sind.
Heute hat sich tatsächlich mal kurz die Sonne blicken lassen. Bei dem eisigen Wind der letzten Tage, taten die Sonnenstrahlen sogar richtig gut. Neben diesem rein subjektiven Wohlgefühl steigt mit jedem Sonnenstrahl auch die Aktivität der allgegenwärtigen Stadtvögel. Heute waren es vor allem die Baumläufer und Grünfinken, die sich stärker als in den letzten tagen bemerkbar gemacht haben.
Die Grünfinken sind zu weitesten Teilen ganzjährig bei uns zu hause und somit auch durchweg zu beobachten. Bei dem guten Wetter heute zeigten sie sich allerdings von ihrer musikalischen Seite und bewiesen eindrucksvoll, dass sie durchaus zu mehr fähig sind als zu ihrem typischen, krächzenden “dschrüüüüüjuh”. Die Grünfinken entlang der Forststraße waren noch in recht großen Trupps unterwegs, die sich im weiteren Verlauf des Frühjahrs aber weitestgehend auflösen werden.
Die Baumläufer sind da wesentlich schwerer zu sehen und noch schwerer zu hören. Ihre Rufe sind viel unscheinbarer als die der meisten übrigen Stadtvögel und man muss sich schon konzentrieren, um sie bewusst zu vernehmen. Ich habe festgestellt, dass man am meisten Glück hat, wenn man eine Weile den Blick auf einen kräftigen Baumstamm richtet und genauaufpasst, dass einem der ebenso kleine, wie unscheinbare Geselle nicht durch die Lappen rutscht. Neben dem Kleiber sind Garten- und Waldbaumläufer (die Baumläufer sind im Übrigen recht schwer voneinander zu unterscheiden) die einzigen Vertreter innerhalb der heimischen Vogelwelt, die so sicher an den senkrechten Baumstämmen marschieren können. Doch während die Baumläufer dies nur aufwärts beherrschen, kann man den Kleiber in beide Richtungen, also oben und unten, laufen sehen.
In diesem Sinne freue ich mich schon auf die Entdeckungen des nächsten Kartiertages.